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Brasilien plant größtes Panda-Bond-Debüt in China

Brasilien will bis zu 5 Milliarden Yuan am chinesischen Inlandsmarkt aufnehmen – ein historischer Schritt für Schwellenländer.

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Brasilien plant größtes Panda-Bond-Debüt in China

Brasilien plant die bisher größte Erstausgabe von Panda-Anleihen durch einen ausländischen Staat in China. Finanzminister Dario Durigan bestätigte gegenüber Reuters, dass das Land bis zu 5 Milliarden Yuan – umgerechnet rund 735 Millionen US-Dollar – aufnehmen will. Die Emission soll innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate erfolgen.

Panda-Anleihen sind auf chinesische Yuan lautende Schuldtitel, die ausländische Emittenten am chinesischen Inlandsanleihenmarkt begeben. Mit diesem Schritt wird Brasilien der fünfte staatliche Emittent innerhalb von nur zwölf Monaten sein, der diesen Markt anzapft. Bisher hielt Slowenien den Rekord für das größte Debüt: Das europäische Land nahm Anfang des Jahres mit einer dreijährigen Anleihe 4 Milliarden Yuan auf.

Durigan erläuterte den strategischen Hintergrund des Schritts in einem Interview nach einem Treffen mit dem chinesischen Zentralbankchef Pan Gongsheng in Peking. „Wir müssen testen und damit beginnen, den Kurs für brasilianische Staatsanleihen in China festzulegen", sagte der Minister. Die Emission wird ausdrücklich als „Test" bezeichnet, um privaten brasilianischen Unternehmen den Einstieg in den chinesischen Kapitalmarkt zu erleichtern.

Brasilianische Unternehmen als treibende Kraft

Hinter dem Vorhaben stehen konkrete Interessen der brasilianischen Wirtschaft. Heimische Unternehmen hätten die Regierung gebeten, mit der Emission von Yuan-Schuldtiteln zu beginnen, um ihnen private Panda-Anleihen-Transaktionen zu ermöglichen und die Wechselkursvolatilität des brasilianischen Real abzufedern. Durigan nannte dabei explizit das Bergbauunternehmen Vale und den Elektrotechnikhersteller WEG als Gesprächspartner.

„Die Rentabilität von Projekten (in Brasilien) ist sehr gut, aber die Volatilität des (brasilianischen Real) kann das Endergebnis beeinflussen. Daher stellen wir eine Währungsabsicherung für diese Investitionen bereit", erklärte Durigan. Zum Vergleich verwies er auf Europas Kapitalmarkt: „In Europa haben wir 5 Milliarden Euro aufgenommen. Für die erste Emission hier in China haben wir den Betrag noch nicht festgelegt, aber er wird bis zu 5 Milliarden (Yuan) betragen."

Yuan-Internationalisierung als geopolitisches Signal

Der Schritt Brasiliens fügt sich in ein größeres geopolitisches Bild ein. Panda-Anleihen gelten als wesentliches Instrument Pekings, den Yuan zu internationalisieren – eine Währung, die nach wie vor strengen Kapital- und Regulierungskontrollen unterliegt und damit im globalen Vergleich illiquide bleibt. Dennoch haben Pakistan, Kasachstan, Slowenien und Ungarn im vergangenen Jahr den chinesischen Onshore-Anleihenmarkt genutzt, angelockt von den relativ niedrigen Kreditkosten in Yuan als Alternative zur Dollar- oder Euro-Finanzierung.

Diplomatisch signalisieren solche Emissionen die Offenheit von Schwellenländern gegenüber Alternativen zum dollar-dominierten globalen Finanzsystem. Brasilien ist neben China, Russland und Indien ein Gründungsmitglied des BRICS-Blocks, der inzwischen um Südafrika, Ägypten, Äthiopien, den Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien erweitert wurde.

Auf die Frage nach einer gemeinsamen BRICS-Währung zur Herausforderung des US-Dollars gab sich Durigan jedoch zurückhaltend: Es gebe „keine Entwicklung" in dieser Richtung. Stattdessen betonte er Brasiliens multilateralen Ansatz: „Die Vision, die wir (Brasilien) von der Geopolitik haben, ist der Multilateralismus. Daher ist es nur recht und billig, wenn andere Länder ihre Währungen stärken und ihren Einfluss weltweit ausbauen."

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