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BP-Verwaltungsratschef Manifold kämpft um Wiederwahl nach Klimastreit

Glass Lewis und Legal & General wollen gegen Albert Manifold stimmen, weil BP einen Klimaantrag von der Hauptversammlung ausschloss.

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BP-Verwaltungsratschef Manifold kämpft um Wiederwahl nach Klimastreit

Der Verwaltungsratsvorsitzende von BP, Albert Manifold, steht vor einer schwierigen Wiederwahl. Der einflussreiche Stimmrechtsberater Glass Lewis hat empfohlen, gegen seine Wiederwahl zu stimmen. Auch die Investmentgruppe Legal & General Investment Management kündigte an, gegen Manifold zu votieren.

Auslöser ist die Entscheidung des BP-Verwaltungsrats, einen klimabezogenen Aktionärsantrag der niederländischen grünen Investorengruppe Follow This von der diesjährigen Hauptversammlung auszuschließen. Der Antrag forderte BP auf, Strategien zur Erhaltung des Shareholder Value für den Fall eines Rückgangs der Öl- und Gasnachfrage darzulegen. Experten für Corporate Governance konnten kaum andere Beispiele für FTSE-100-Unternehmen nennen, die Anträge ablehnten, welche die Einreichungshürden erfüllten – wie es bei diesem Vorschlag der Fall war.

Transparenzbedenken im Mittelpunkt der Kritik

Legal & General Investment Management, die Vermögensverwaltungstochter des Finanzdienstleistungskonzerns Legal & General, gehört mit einem Anteil von rund 1,5 Prozent zu den zehn größten Investoren von BP. Das Unternehmen erklärte, der Ausschluss des Antrags komme einer „Verringerung der Transparenz" gleich und mache es für Aktionäre schwieriger nachzuvollziehen, wie BP mit den Risiken der Energiewende umgehe. „Angesichts der letztendlichen Verantwortung des Vorsitzenden für diese Bereiche beabsichtigen wir dementsprechend, gegen die Wahl des Vorsitzenden zu stimmen", so die Gruppe.

Glass Lewis schloss sich dieser Einschätzung an und erklärte, der Ausschluss des Antrags sei nicht notwendig gewesen und werfe „Bedenken hinsichtlich der Transparenz, der Aktionärskommunikation und der Reaktionsfähigkeit" auf. Auch der weitere einflussreiche Berater ISS empfahl den Aktionären, gegen den Vorschlag von BP zu stimmen, bestimmte klimabezogene Offenlegungen nicht mehr leisten zu müssen. Legal & General kündigte ebenfalls an, gegen diesen Vorschlag zu stimmen.

BP verteidigte seine Haltung und erklärte, die betreffende Berichterstattung sei nicht mehr notwendig, da sie durch andere obligatorische ESG-bezogene Offenlegungen ersetzt worden sei. Das Unternehmen betonte zudem: „Nach intensivem Austausch mit unseren größten Investoren konzentrieren wir uns voll und ganz darauf, ein einfacheres, stärkeres und wertvolleres Unternehmen BP aufzubauen." Glass Lewis ließ dieses Argument jedoch nicht gelten und erklärte, BP lege „nicht klar dar, warum die Fortführung dieser Offenlegungen belastend wäre".

Druck auf BP wächst – neue CEO im Fokus

Der Konflikt findet vor dem Hintergrund wachsenden Drucks aktivistischer Investoren und Pensionsfonds auf BP statt, nachdem der Ölkonzern von seinem früheren Kurs in Richtung erneuerbare Energien abgerückt ist. Die zunehmenden Spannungen gelten auch als erster großer Test für Meg O'Neill, die diesen Monat vom Öl- und Gasproduzenten Woodside Energy als neue Vorstandsvorsitzende zu BP gestoßen ist.

Follow This kommentierte die Situation scharf: „Die beiden einflussreichsten Stimmrechtsberater der Welt sagen den Aktionären dasselbe wie wir: Die Governance von BP ist zerrüttet." Die Aussage verdeutlicht, wie ernst die Lage für das BP-Management vor der Hauptversammlung ist.

Trotz des Governance-Streits zeigten sich die BP-Aktien zuletzt wenig beeindruckt. Im Nachmittagshandel in London notierten die Papiere 0,7 Prozent höher. In diesem Jahr sind die Aktien um fast 36 Prozent gestiegen, womit das Unternehmen mit mehr als 93 Milliarden Britischen Pfund bewertet wird. Für Anleger bleibt die Frage, ob der Druck der Investoren langfristig Auswirkungen auf die Strategie des Konzerns haben wird.

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