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Boston Scientific senkt Jahresprognose trotz starkem Quartalsergebnis

Der Medizintechnikkonzern enttäuscht mit gesenkter Gewinn- und Wachstumsprognose für 2026, übertrifft aber Q1-Erwartungen deutlich.

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Boston Scientific senkt Jahresprognose trotz starkem Quartalsergebnis

Boston Scientific hat am Mittwoch seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr 2026 deutlich nach unten korrigiert. Der US-amerikanische Medizintechnikhersteller aus Marlborough, Massachusetts, erwartet nun einen bereinigten Gewinn von 3,34 bis 3,41 US-Dollar je Aktie – nach einer früheren Prognose von 3,43 bis 3,49 US-Dollar. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 3,45 US-Dollar gerechnet.

Gleichzeitig senkte das Unternehmen seine Prognose für das organische Umsatzwachstum im Gesamtjahr erheblich: Statt der bisher erwarteten 10 bis 11 Prozent rechnet Boston Scientific nun nur noch mit einem Wachstum von 6,5 bis 8 Prozent. Einen spezifischen Grund für die Prognosesenkung nannte das Unternehmen nicht. Die Aktie zeigte sich nach anfänglicher Volatilität kaum verändert.

Analysten reagieren mit gemischten Signalen

Mike Kratky, Analyst bei Leerink Partners, kommentierte die Entwicklung: „Es ist nicht überraschend, angesichts der recht deutlichen Senkung der Prognose eine gewisse anfängliche vorbörsliche Volatilität zu sehen." Er verwies darauf, dass Investoren schon länger auf eine Anpassung der Erwartungen gedrängt hatten.

J.P.-Morgan-Analyst Robbie Marcus stellte die entscheidende Frage in den Raum: „Es gab massive Forderungen von Investoren, die Prognose zu senken, was das Unternehmen nun getan hat. Die entscheidende Frage für die Telefonkonferenz ist jedoch, ob dies auf sich verschlechternde Trends im zweiten Quartal und darüber hinaus zurückzuführen ist oder lediglich der Beruhigung der Anleger dient, angesichts der bisherigen Kursentwicklung der Aktie."

Q1-Ergebnisse übertreffen die Erwartungen

Trotz der gesenkten Prognose lieferte Boston Scientific für das erste Quartal, das am 31. März endete, solide Zahlen. Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 80 Cent und übertraf damit die Analystenschätzung von 79 Cent. Der Umsatz stieg auf 5,20 Milliarden US-Dollar und übertraf die Erwartungen von 5,17 Milliarden US-Dollar.

Besonders stark zeigte sich das kardiovaskuläre Segment, der größte Geschäftsbereich des Unternehmens. Der Umsatz in dieser Sparte belief sich auf 3,50 Milliarden US-Dollar und lag damit deutlich über den Schätzungen von 3,43 Milliarden US-Dollar. Das Segment umfasst unter anderem Herzschrittmacher und Defibrillatoren und profitiert laut Unternehmen von einer alternden Bevölkerung, einer breiteren Akzeptanz durch Ärzte sowie technologischen Fortschritten.

Wachstumsstrategie durch Übernahmen

Boston Scientific steht im direkten Wettbewerb mit Medtronic, Abbott und Johnson & Johnson im Markt für Herzgeräte. Das Unternehmen hat sein Portfolio in den vergangenen Jahren kontinuierlich durch Akquisitionen ausgebaut. Im Januar 2026 einigte sich Boston Scientific auf die Übernahme des Medizintechnikunternehmens Penumbra in einem 14,5 Milliarden US-Dollar schweren Deal – die zweitgrößte Akquisition in der Unternehmensgeschichte.

Mit dieser Transaktion verfolgt Boston Scientific zwei strategische Ziele: den weiteren Ausbau des Herzgerätegeschäfts sowie den Wiedereinstieg in den neurovaskulären Markt. Für Anleger bleibt die Frage, ob die gesenkten Prognosen eine konservative Vorsichtsmaßnahme darstellen oder auf eine tatsächliche Abschwächung des operativen Geschäfts hindeuten.

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