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Börsenstart am Dienstag: Banken, Inflation und US-Iran-Spannungen im Fokus

Fünf Großbanken berichten, ein wichtiger Inflationsbericht steht an und Fed-Chef Warsh sagt vor dem Kongress aus.

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Börsenstart am Dienstag: Banken, Inflation und US-Iran-Spannungen im Fokus

Die US-Aktienfutures zeigen sich am Dienstag, dem 14. Juli 2026, uneinheitlich. Anleger verarbeiten eine Flut von Quartalszahlen der größten amerikanischen Banken und warten gespannt auf den Verbraucherpreisindex für Juni. Gleichzeitig sorgen eskalierende Spannungen zwischen den USA und dem Iran für Unruhe an den Rohstoffmärkten.

Futures auf den technologielastigen Nasdaq stiegen zuletzt um 0,5 %, während die Futures auf den S&P 500 um 0,1 % und jene auf den Dow Jones Industrial Average um 0,6 % nachgaben. Technologiewerte erholen sich damit von den deutlichen Verlusten des Vortages.

Ölpreis steigt – USA verhängen Seeblockade gegen Iran

Die geopolitische Lage heizt die Rohstoffmärkte auf. WTI-Rohöl-Futures legten um 2 % auf knapp 80 US-Dollar pro Barrel zu und notierten damit nahe ihrem höchsten Stand seit einem Monat. Hintergrund sind gegenseitige Angriffe der USA und des Irans sowie die Ankündigung von Präsident Trump, eine neue Seeblockade rund um den Iran zu errichten.

Auch Gold profitiert von der Unsicherheit: Die Gold-Futures stiegen um fast 1 % auf 4.040 US-Dollar pro Unze. Bitcoin kletterte leicht auf 62.700 US-Dollar. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen hielt sich stabil bei rund 4,62 % – dem höchsten Stand seit Mitte Mai.

Berichtssaison: Fünf Großbanken legen Quartalszahlen vor

Die Berichtssaison für das zweite Quartal 2026 nimmt heute deutlich Fahrt auf. JPMorgan Chase, Bank of America, Wells Fargo, Goldman Sachs und Citigroup veröffentlichten ihre Ergebnisse am Morgen. JPMorgan meldete einen Nettogewinn von 21,2 Milliarden US-Dollar (7,70 US-Dollar je Aktie), bereinigt um Sondereffekte waren es 16,9 Milliarden US-Dollar (6,14 US-Dollar je Aktie). Bank of America erzielte einen Nettogewinn von 9,1 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg des Gewinns je Aktie von 34 % im Jahresvergleich entspricht. Der Umsatz stieg um 15 % auf 31,6 Milliarden US-Dollar.

JPMorgan-CEO Jamie Dimon kommentierte die Lage mit vorsichtigem Optimismus: Die Wirtschaft habe in diesem Jahr eine „bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit bewiesen", warnte jedoch vor Risiken wie Kriegen und Inflation, die „erhebliche Störungen verursachen" könnten. Trotz besser als erwartet ausgefallener Ergebnisse fielen die Aktien von JPMorgan, Bank of America, Wells Fargo und Citigroup im vorbörslichen Handel jeweils um mehr als 1 %. Goldman Sachs bildete die Ausnahme und stieg um fast 3 %.

Inflationsdaten für Juni: Erste Entspannung erwartet

Um 14:30 Uhr mitteleuropäischer Zeit wird der US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Juni veröffentlicht – ein Schlüsselindikator für die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Ökonomen erwarten, dass die Preise im Jahresvergleich um 3,8 % gestiegen sind, nach einem Anstieg von 4,2 % im Mai. Rückläufige Benzinpreise dürften maßgeblich zu dieser Abschwächung beigetragen haben.

Im Monatsvergleich wird sogar ein Rückgang von 0,2 % erwartet – was den ersten negativen Monatswert seit dem vergangenen Sommer darstellen würde. Die Kerninflation, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausklammert, soll bei 2,8 % liegen, nach 2,9 % im Mai. Damit läge sie aber weiterhin deutlich über dem Fed-Ziel von 2 %.

Fed-Chef Warsh tritt erstmals vor den Kongress

Kevin Warsh, seit Mai 2026 Vorsitzender der Federal Reserve, tritt heute erstmals zu seiner halbjährlichen Anhörung vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses an. Am Mittwoch folgt ein Auftritt vor dem Bankenausschuss des Senats. Warsh wird sich voraussichtlich kritischen Fragen zur Unabhängigkeit der Fed und zu seinen Plänen zur Inflationsbekämpfung stellen müssen.

In seinen bisherigen öffentlichen Auftritten betonte Warsh die Entschlossenheit der Zentralbank, die Inflation zu bändigen. Dies hat an den Finanzmärkten die Erwartungen verstärkt, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr noch anheben könnte. Zudem plant Warsh eine grundlegende Reform der Fed-Kommunikation: Die Notenbank soll den Märkten künftig weniger „Forward Guidance" zu den Zinssätzen geben.

SK Hynix erholt sich – IBM-Aktie bricht ein

Im Technologiesektor setzt sich die Volatilität fort. Die Aktien des südkoreanischen Speicherchipherstellers SK Hynix legten im vorbörslichen Handel um 6 % zu, nachdem sie am Vortag nach ihrem US-Börsendebüt vom Freitag um 9 % eingebrochen waren. Der Roundhill Memory ETF (DRAM) stieg zuletzt um fast 4 %. Investoren debattieren, ob die jüngste Rallye im Speichersektor durch den KI-Boom übertrieben ist und ob eine Blase entstanden sein könnte.

Deutlich schlechter ergeht es IBM: Die Aktien des Technologiekonzerns und Dow-Jones-Mitglieds brachen vorbörslich um mehr als 20 % ein. IBM veröffentlichte vorläufige Ergebnisse, die weit hinter den Erwartungen der Wall Street zurückblieben. CEO Arvind Krishna erklärte in einem Brief an die Aktionäre: „Zahlreiche Großaufträge konnten nicht in den von uns erwarteten Zeiträumen abgeschlossen werden, was den Großteil unseres Fehlbetrags ausmachte."

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