BofA setzt auf Tech und Basiskonsumgüter in Europa
Bank of America Securities zeigt sich vor der Berichtssaison deutlich optimistischer für europäische Technologie- und Basiskonsumgüterwerte als der Markt. Die Analysten prognostizieren ein Aufwärtspotenzial von 19% bzw. 17% – deutlich über den Konsensschä

Die Analysten von Bank of America Securities sehen für europäische Technologie- und Basiskonsumgüterwerte deutlich mehr Potenzial als der Markt. Laut dem aktuellen "Beat Factor"-Bericht für Januar erwarten die Experten für Technologiewerte ein Aufwärtspotenzial von 19% in den kommenden zwölf Monaten, während der Konsens nur 14% prognostiziert. Bei Basiskonsumgütern liegt die BofA-Prognose mit 17% ebenfalls deutlich über der Konsenserwartung von 12%.
Diese Einschätzungen stellen eine markante Abweichung von der allgemeinen Marktstimmung dar. Während die aggregierten Bottom-up-Prognosen der BofA für europäische Aktien ein Aufwärtspotenzial von 11% über die nächsten zwölf Monate signalisieren – im Einklang mit dem Konsens – zeigen sich die Analysten bei diesen beiden Sektoren deutlich zuversichtlicher als ihre Kollegen.
Skepsis bei Kommunikation und Immobilien
Im Gegensatz dazu fallen die BofA-Prognosen für Kommunikationsdienstleistungen und Immobilien deutlich verhaltener aus. Für Kommunikationsdienstleistungen erwartet das Maklerhaus ein Aufwärtspotenzial von nur 12%, während der Konsens bei 23% liegt. Bei Immobilienwerten sieht die BofA 14% Potenzial, verglichen mit Konsenserwartungen von 20%.
Gewinnentwicklung unter Druck
Für die Gewinnentwicklung europäischer Unternehmen zeichnet die BofA ein gemischtes Bild. Die Analysten erwarten für 2025 einen Rückgang des Gewinns pro Aktie um 1,6%, während der Konsens von einem Minus von 2,2% ausgeht. Haupttreiber dieser Entwicklung sind zyklische Konsumgüter und Finanztitel, teilweise ausgeglichen durch Industriewerte. Für 2026 prognostiziert die BofA ein Gewinnwachstum von 9,4%, leicht unter den Konsensschätzungen von 10,1%.
Finanzwerte dominieren Top-Picks
Im "Beat Factor"-Bericht, der Aktien mit der größten positiven Abweichung vom Konsens identifiziert, finden sich im Januar vier Finanzwerte unter den Top 10: HSBC, UBS, Deutsche Bank und Allianz. Auch die Rohstoffkonzerne ArcelorMittal und Heidelberg Materials schafften es auf die Liste.
HSBC erhielt die höchste "Beat Factor"-Bewertung für Januar, wobei die BofA-Schätzungen für 2025 und 2026 jeweils 8% und 9% über dem Konsens liegen. Die Deutsche Bank wird von BofA mit "Kaufen" bewertet, während nur 40% der Sell-Side-Analysten diese Einschätzung teilen. Bei Allianz liegt die Konsens-Kaufempfehlung bei 45%, bei HSBC bei 47%.
Erfolgreiche Track Record
Die Strategie des "Beat Factor"-Ansatzes hat sich in der Vergangenheit bewährt. Die Top-10-Aktien übertrafen die Bottom-10-Aktien im vergangenen Monat um 1,7%. Seit der Einführung im Oktober 2015 erzielten die Top-10-Titel eine kumulative Outperformance von 77,4% gegenüber den Bottom-10-Werten.
