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BofA-Kunden verkaufen trotz S&P-500-Rally weiter US-Aktien

Bank-of-America-Kunden bleiben Nettoverkäufer – trotz leichtem S&P-500-Plus von 0,5 Prozent in der Vorwoche.

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BofA-Kunden verkaufen trotz S&P-500-Rally weiter US-Aktien

Die Bank of America (BofA) hat in einer aktuellen Analyse der Aktienmittelflüsse ihrer Kunden festgestellt, dass diese in der vergangenen Woche erneut Nettoverkäufer von US-Aktien waren. Obwohl der S&P 500 im selben Zeitraum um 0,5 Prozent zulegte, hält die Zurückhaltung der Anleger gegenüber der Markterholung unvermindert an. Die Daten unterstreichen eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Kursentwicklung und Anlegerstimmung.

Laut Jill Carey Hall, Strategin für Aktien und quantitative Analyse bei der BofA, verzeichneten Kunden in der sechsten Woche in Folge Abflüsse bei Einzelaktien – in einem Gesamtvolumen von 3,9 Milliarden US-Dollar. Teilweise ausgeglichen wurde dieser Trend durch Zuflüsse in Aktien-ETFs in Höhe von 1,4 Milliarden US-Dollar, womit die fünfte Woche in Folge mit ETF-Käufen markiert wurde. Netto bleibt die Bilanz damit klar negativ.

Institutionelle Anleger treiben den Verkaufsdruck

Institutionelle Kunden waren laut BofA die treibende Kraft hinter den Verkäufen und verzeichneten in fünf der letzten sechs Wochen Abflüsse. Ein etwas anderes Bild zeigt sich bei Privatkunden: Sie kehrten zum ersten Mal seit sieben Wochen wieder zum Aktienkauf zurück. Hedgefonds erwarben in der dritten Woche in Folge Aktien und setzen damit einen eigenen Trend.

Über alle Marktkapitalisierungsklassen hinweg verzeichneten Large Caps die längste Verkaufsserie. Auf Basis kombinierter Aktien- und ETF-Flüsse kam es bei großen Unternehmen in sieben aufeinanderfolgenden Wochen zu Abflüssen – ein deutliches Signal für die anhaltende Skepsis gegenüber den Schwergewichten des Marktes.

Gesundheits- und Energiesektor unter besonderem Druck

Die Sektorflüsse fielen weitgehend negativ aus: Kunden verkauften Aktien in neun von elf Sektoren. Besonders stark betroffen war der Gesundheitssektor, der die Abflüsse anführte. Die BofA merkte an, dass der gleitende Vier-Wochen-Durchschnitt der Mittelflüsse im Gesundheitsbereich „der negativste seit Dezember 2024" sei – ein historisch auffälliger Wert.

Energietitel weiteten ihre Verkaufsserie auf acht Wochen aus. Interessant dabei: Energie-ETFs verzeichneten weiterhin Zuflüsse, was auf eine selektive Positionierung der Anleger hindeutet. Technologiewerte bildeten eine Ausnahme und verzeichneten nach vier Wochen mit Abflüssen wieder Zuflüsse – was die BofA wahrscheinlich auf die Positionierung vor einer ereignisreichen Berichtssaison zurückführt.

Aktienrückkäufe auf niedrigem Niveau

Auf Unternehmensebene verlangsamten sich die Aktienrückkäufe im Vergleich zur Vorwoche und lagen den Großteil des Jahres unter dem Durchschnitt nach der globalen Finanzkrise. Im Technologiesektor war die deutlichste Verlangsamung bei den Rückkäufen zu beobachten. Finanz- und Energiewerte hingegen haben beim Rückkauftempo zuletzt wieder an Fahrt gewonnen.

Das Gesamtbild der BofA-Analyse zeigt eine gespaltene Anlegerbasis: Während Privatkunden und Hedgefonds vorsichtig wieder einsteigen, bleiben institutionelle Investoren zurückhaltend. Für deutsche Privatanleger, die US-Aktien im Depot halten, liefert diese Datenlage einen wichtigen Stimmungsindikator – auch wenn Mittelflüsse allein keine verlässlichen Kursprognosen ermöglichen.

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