Börsenwoche: Auf und Ab in den Indizes
Gewinner und Verlierer: Kleine Werte glänzen, während Schwergewichte straucheln

In einer ereignisreichen Börsenwoche, die von neuen Rekorden im DAX geprägt war, erlebten verschiedene Aktien Höhen und Tiefen. Der DAX, der deutsche Leitindex, schloss die Woche auf einem historisch nie zuvor erreichten Niveau von 16.759 Punkten ab und hatte zwischenzeitlich sogar die Marke von 16.782 Punkten überschritten. Dieser Aufschwung wurde durch unerwartet positive Verbraucherstimmungsdaten aus den USA und besser als erwartete US-Arbeitsmarktzahlen ausgelöst. Insgesamt legte der DAX in dieser Woche um beeindruckende zwei Prozent zu. Im Gegensatz dazu stieg der MDAX, ein Index für Nebenwerte, nur um moderate 0,75 Prozent, während der Kleinwerteindex SDAX minimale Verluste verzeichnete.
Trotz der allgemeinen Euphorie über die Rekordstände des DAX konnten sich einige kleinere Werte als die eigentlichen Gewinner der Woche hervortun. Adtran Holdings, ein US-amerikanisches Unternehmen, das im Kleinwerteindex SDAX notiert ist, verzeichnete den größten Kursgewinn unter den DAX-Indizes. Die Aktie des Unternehmens profitierte von der Nachricht, dass es in den letzten 18 Monaten mehr als 300 neue Kunden für seine cloudbasierte Software Mosaic One gewonnen hatte. Dies wurde als Beweis für die Fähigkeit des Unternehmens gewertet, die Nachfrage nach moderner KI-gestützter Breitbandausrüstung zu bedienen, was zu einem zweistelligen prozentualen Anstieg des Aktienkurses führte.
Es ist jedoch wichtig anzumerken, dass Adtran in diesem Jahr mit einer schwierigen wirtschaftlichen Lage und einer geringen Investitionsbereitschaft der Unternehmen konfrontiert war, was zu einem Sparprogramm und der Aussetzung der Dividendenausschüttung führte. Infolgedessen ist die Aktie mit einem negativen Jahresrendite von 66 Prozent bisher der größte Verlierer in der DAX-Familie.
In der Sparte der Essenslogistik gab es ebenfalls Gewinner in Form von zwei MDAX-Unternehmen. Sowohl der Kochboxenanbieter Hellofresh als auch Delivery Hero gehörten zu den Favoriten auf der Auswahlliste der US-Großbank JP Morgan. JP Morgan bezeichnete Delivery Hero als Topwert unter den europäischen Internetunternehmen und prognostizierte eine deutliche Verbesserung der Gewinne und Finanzüberschüsse des Unternehmens aufgrund eines vorteilhafteren Umfelds für dessen Onlinebestellplattformen.
Ein weiterer Gewinner der Woche war der Spezialchemiehersteller Lanxess, der ebenfalls zweistellige Kursgewinne verzeichnete. Das Management des Unternehmens betonte auf einer Investorenkonferenz, dass bis 2026 keine zusätzliche Refinanzierung erforderlich sei, was bei Analysten und Investoren auf positive Resonanz stieß. Dennoch konnte der Kursanstieg den Jahresverlust der Aktie auf immer noch etwa 30 Prozent mildern, da die gesamte Chemieindustrie mit einer gedämpften Nachfrage aufgrund der schwachen Konjunktur zu kämpfen hat.
Leider gab es in dieser Woche auch Verlierer in der DAX-Familie. Der Pharmakonzern Merck KGaA erlebte den größten Kurseinbruch seit mehr als 14 Jahren. Das Unternehmen musste eine enttäuschende Nachricht über sein Multiple-Sklerose-Mittel Evobrutinib bekanntgeben, das in zwei entscheidenden klinischen Studien der Phase 2 das primäre Ziel nicht erreicht hatte. Dies war ein schwerer Schlag, da Evobrutinib als möglicher Umsatzbringer in Milliardenhöhe angesehen wurde und zu den vielversprechendsten Produkten in der Pharmapipeline von Merck gehörte.
Des Weiteren litten die Aktien von Thyssen-Krupp unter Spekulationen über mögliche finanzielle Zugeständnisse im Zusammenhang mit dem geplanten Teilverkauf des Stahlgeschäfts an den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky. Anleger wurden besorgt über Aussagen aus dem Umfeld des MDAX-Konzerns, wonach möglicherweise finanzielle Unterstützung für die Stahlsparte geleistet werden müsse oder ein Teil der Pensionslasten der Tochter beibehalten werden könnte.
Zu guter Letzt zählte auch Zeal Network zu den Verlierern der Woche, nachdem die Deutsche Börse bekannt gab, dass der Online-Lottoanbieter mit der Marke "Tipp24" aus dem Kleinwerteindex absteigen werde. Interessanterweise erfolgte dieser Ausschluss nicht aufgrund eines zu niedrigen Börsenwerts, sondern weil die Aktie von Zeal Network zu wenig gehandelt wurde. Dies könnte zu einer geringeren Aufmerksamkeit von Analysten und Investoren führen, da Zeal Network nun in keinem Index des deutschen Börsenbetreibers mehr gelistet ist.
