ANZEIGE

Börsengang von Renk verschoben

Finanzielle Unsicherheiten und Marktumfeld beeinflussen strategische Unternehmensentscheidungen

2 Min
Börsengang von Renk verschoben

In einer überraschenden Wendung entschied sich der Panzergetriebe-Hersteller Renk, seinen Börsengang wenige Stunden vor dem geplanten Handelsbeginn auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Diese abrupte Änderung der Pläne wurde durch ein „spürbar eingetrübtes Marktumfeld“ begründet, welches das Unternehmen und seinen Eigentümer, den Finanzinvestor Triton, zur Vorsicht mahnte. Die Frage, ob und wann der Börsengang eventuell nachgeholt wird, bleibt gegenwärtig offen und soll in naher Zukunft geprüft werden.

Die vorherigen Entwicklungen deuteten darauf hin, dass die 27,03 Millionen Aktien lediglich am unteren Ende der Preisspanne hätten verkauft werden können. Die begleitenden Investmentbanken hatten am Vortag der geplanten Emission 15 Euro als wahrscheinlichen Ausgabepreis vorgeschlagen. Dieser Preis hätte die Emission „vielfach überzeichnet“ und lag somit im Rahmen der Spanne, die bis zu 18 Euro reichte. Dieses Szenario hätte das Unternehmen mit 1,5 Milliarden Euro bewertet – einer Summe, die zwar mehr als das Doppelte dessen ist, was Triton Anfang 2020 bezahlte, jedoch einen erheblichen Abschlag zur Bewertung anderer Rüstungszulieferer darstellt.

Dem Finanzinvestor Triton entgeht nun vorerst ein Erlös von 405 Millionen Euro. Er hatte Renk für beinahe 700 Millionen Euro von Volkswagen erworben und das Unternehmen – nach beinahe einem Jahrhundert – von der Börse genommen. Mit der Übernahme des Bereichs Combat Propulsion Systems vom US-Konzern L3Harris für 300 Millionen Euro gelang es Renk, auf den amerikanischen Markt zu expandieren.

Renk, der hauptsächlich Großgetriebe herstellt, erlebt aufgrund von globalen Aufrüstungstrends eine Sonderkonjunktur. Im Jahr 2022 machten Getriebe für Panzer und Marineschiffe 70 Prozent des Umsatzes von nahezu 850 Millionen Euro aus, während der Rest auf das zivile Geschäft, wie beispielsweise Getrieben für Kompressoren, zurückzuführen ist. Die Vorstandsvorsitzende, Susanne Wiegand, strebt an, den Umsatz auf eine Milliarde Euro zu erhöhen.

Im Blickpunkt steht nun auch die Reaktion anderer potenzieller Börsenkandidaten auf die Absage von Renk. DKV Mobility, der Mobilitätsdienstleister aus Ratingen, der besonders für seine Tankkarten bekannt ist, hatte geplant, in dieser Woche seine Börsenpläne öffentlich zu machen. Derweil verzeichnet die Aktie des Pharmaverpackungsherstellers Schott Pharma eine Woche nach der Erstnotiz einen Anstieg von elf Prozent über dem Ausgabepreis von 27 Euro. Im Kontrast dazu haben die Papiere der Thyssenkrupp-Wasserstofftochter Nucera seit ihrem Börsengang im Juli elf Prozent verloren, während der Cloud- und Webhosting-Anbieter Ionos fast ein Viertel unter dem Ausgabepreis liegt.

IPOBörseRüstungsindustrie

Meistgelesene News

  1. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  2. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Tesla-Robotaxi-Strategie und BYD-Expansion prägen das globale EV-Duell
  5. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte

Disclaimer