Börsen in Asien unter Druck
US-Wirtschaftsdaten sorgen für Zinszweifel und Marktunsicherheit

Die wichtigsten Börsen in Asien verzeichneten Verluste, beeinflusst durch die negativen Vorgaben der Wall Street. Besonders die Bedenken hinsichtlich der US-Notenbank Fed, die möglicherweise die Zinsen länger hochhalten könnte, belasteten die Märkte. In Tokio fiel der Nikkei-Index um 0,3 Prozent auf 39.981 Punkte, während der breiter gefasste Topix um 0,6 Prozent auf 2.770 Zähler nachgab. Auch in Shanghai stagnierte der Markt weitgehend, der CSI 300 verlor 0,2 Prozent.
Hinter der schwachen Marktentwicklung standen insbesondere Sorgen der Anleger über die Auswirkungen starker Wirtschaftsdaten aus den USA auf die Inflation. Diese Zahlen weckten Befürchtungen, dass die Fed ihre geldpolitischen Maßnahmen noch länger straff gestalten könnte. Experten jedoch zeigten sich beruhigt und betonten, dass es noch zu früh sei, um eine erneute Beschleunigung der Inflation aufgrund dieser Daten zu erwarten. Analysten verweisen auf den bevorstehenden US-Arbeitsmarktbericht als weiteren wichtigen Indikator.
Trotz der allgemeinen Marktschwäche gab es auch positive Entwicklungen in einzelnen Sektoren. So profitierten insbesondere japanische Chipaktien von der Präsentation des US-Branchenriesen Nvidia auf der Messe CES, was dem Sektor neuen Auftrieb verlieh. Die Aktien von Advantest und Tokyo Electron stiegen um 3,4 beziehungsweise 1,6 Prozent. Auch japanische Autoaktien legten zu, was auf die Schwäche des Yens zurückzuführen war. Währungsbedingte Vorteile für exportstarke Unternehmen wie Toyota, Subaru und Mazda führten zu Kursgewinnen von jeweils knapp einem Prozent.
Im Devisenhandel legte der Dollar leicht zu und stieg um 0,1 Prozent auf 158,02 Yen. Gleichzeitig zeigte der Euro kaum Veränderung und notierte bei 1,0347 Dollar. Auf den Rohstoffmärkten zogen die Ölpreise an, da die Verknappung des Angebots durch Russland und OPEC-Länder sowie die steigende Ölnachfrage aus den USA den Markt unterstützten. Rohöl der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 77,32 Dollar je Barrel, während US-Öl der Sorte WTI um 0,5 Prozent auf 74,60 Dollar stieg.
