Börsen in Asien schließen mit Verlusten
Yen-Schwäche und unsichere Geldpolitik belasten Anlegerstimmung zum Wochenschluss

Die asiatischen Börsen haben den Handel zum Ende der Woche mit Verlusten abgeschlossen. In Japan setzte sich der Rückgang der Kurse fort, nachdem die jüngste Schwäche an der Wall Street und die Aussicht auf einen langsameren Lockerungskurs der US-Notenbank Fed die Anleger verunsicherten. Der Leitindex Nikkei fiel um 0,3 Prozent auf 38.701 Punkte, während der breitere Topix-Index um 0,4 Prozent nachgab. Insgesamt verzeichnete der Nikkei auf Wochensicht ein Minus von knapp zwei Prozent. Zusätzlich belasteten die jüngsten Verluste der japanischen Währung die Märkte.
Die Entscheidung der Bank of Japan (BOJ), die Zinsen unverändert zu lassen, drückte den Yen weiter nach unten. Parallel dazu erreichte der Dollar ein Fünf-Monats-Hoch gegenüber der japanischen Währung, nachdem er zeitweise um 0,3 Prozent auf 157,92 Yen stieg. Japans Finanzminister Katsunobu Kato äußerte sich besorgt über die Abwertung des Yen und erklärte, dass geeignete Maßnahmen in Betracht gezogen würden. Während exportorientierte Unternehmen wie Toyota von der Yen-Schwäche profitierten und deren Aktien um 1,7 Prozent stiegen, gerieten Banktitel unter Druck. Der Branchenindex der Banken fiel um 2,7 Prozent.
An der chinesischen Börse setzte sich ebenfalls ein Abwärtstrend fort. Der Shanghai Composite Index verlor 0,1 Prozent, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen um 0,5 Prozent nachgab. Die Entscheidung der chinesischen Zentralbank, die Leitzinsen unverändert zu lassen, entsprach den Markterwartungen. Niedrige Renditen und ein schwächerer Yuan erschweren derzeit eine Lockerung der Geldpolitik. Der Immobiliensektor bleibt ein zentraler Schwachpunkt der chinesischen Wirtschaft. Anfang Dezember hatte das Politbüro der Kommunistischen Partei angekündigt, eine „angemessen lockere“ Geldpolitik für das kommende Jahr anzustreben.
Neben den innenpolitischen Herausforderungen Chinas rückt auch die Außenpolitik in den Fokus. Der designierte US-Präsident Donald Trump hat Zölle auf chinesische Importe angekündigt, was zusätzliche Unsicherheit in der Region schürt. Die Ankündigung könnte den ohnehin geschwächten Yuan weiter unter Druck setzen. Investoren in Asien richten ihren Blick nun auf die kommenden Inflationsdaten aus den USA, die weiteren Aufschluss über den geldpolitischen Kurs der Fed geben könnten.
