BlueScope Steel übertrifft Gewinnprognosen trotz Kursrückgang um 2,7 Prozent
Australischer Stahlkonzern steigert Halbjahresgewinn auf 382 Millionen AUD und hebt Prognose an.

Der australische Stahlhersteller BlueScope Steel hat am Montag einen bereinigten Nettogewinn von 382 Millionen australischen Dollar für das erste Halbjahr gemeldet. Dies entspricht mehr als einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahreswert von 176,4 Millionen AUD und übertrifft die Analystenerwartungen von 349,2 Millionen AUD deutlich. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) erreichte 557,5 Millionen AUD.
Trotz der positiven Zahlen schloss die Aktie mit einem Minus von 2,7 Prozent bei 28,37 AUD. Im Tagesverlauf hatte das Papier zunächst um 3,2 Prozent zugelegt, bevor es ins Minus drehte. Marc Jocum von Global X ETFs erklärt die Kursbewegung mit einer "Neuausrichtung der Erwartungen für das zweite Halbjahr" und weniger mit der Qualität der vorgelegten Ergebnisse.
Die starke Geschäftsentwicklung führte das Unternehmen auf verbesserte US-Margen, höhere Absatzvolumen in Kernmärkten und effektive Kostenkontrolle zurück. Für das zweite Halbjahr prognostiziert BlueScope ein bereinigtes EBIT zwischen 620 und 700 Millionen AUD, was auf eine anhaltend positive Geschäftsentwicklung hindeutet.
Großzügige Aktionärsausschüttung geplant
BlueScope kündigte eine Zwischendividende von 65 Cents pro Aktie an, mehr als doppelt so hoch wie die 30 Cents im Vorjahr. Zusätzlich plant das Unternehmen einen Aktienrückkauf über 310 Millionen AUD. Insgesamt sollen Aktionäre im Jahr 2026 drei AUD pro Aktie erhalten, einschließlich einer bereits angekündigten Sonderdividende von einem AUD pro Aktie. Dies entspricht dem Ziel, mindestens 75 Prozent des freien Cashflows auszuschütten.
CEO Tania Archibald betonte die operative Stärke des Unternehmens: "Alle Großprojekte sind ihrer Fertigstellung näher gekommen, einschließlich des Elektrolichtbogenofens bei New Zealand Steel." Diese Investitionen untermauern die langfristige Widerstandsfähigkeit und das Wachstumspotenzial von BlueScope.
Übernahmespekulationen belasten Kursentwicklung
Im Januar hatte BlueScope ein Übernahmeangebot von SGH und der US-amerikanischen Steel Dynamics über 13,2 Milliarden AUD abgelehnt. Das Angebot hatte 30 AUD pro Aktie betragen. Marktteilnehmer hatten auf ein höheres Konkurrenzangebot zwischen 35 und 40 AUD gehofft. Da neue Übernahmeangebote ausblieben, konzentrieren sich Investoren nun wieder auf die fundamentale Bewertung und kurzfristige Ergebnisrisiken.
Das Unternehmen vereinfachte zudem sein Portfolio durch den Verkauf von 50 Prozent an Tata BlueScope Steel und die Veräußerung eines Teils seines Standorts in West Dapto. Diese strategischen Maßnahmen sollen die Basis für nachhaltig höhere Aktionärsrenditen schaffen.
