BlackRock startet drei Investmentportfolios als digitale Token
Der weltgrößte Vermögensverwalter tokenisiert erstmals Modellportfolios über Ondo Finance auf der Blockchain.

BlackRock (BLK) hat drei Investmentportfolios aufgebaut, die als digitale Token gehandelt werden sollen. Damit unternimmt der weltgrößte Vermögensverwalter seinen bislang neuesten Schritt, um traditionelle Vermögenswerte in das alternative Finanzsystem zu integrieren, das Kryptowährungen antreibt. Die Modellportfolios des Unternehmens – also vordefinierte Anlagetemplates – werden vom Anbieter Ondo Finance tokenisiert.
In tokenisierter Form lassen sich Fonds, Aktien und andere Vermögenswerte auf der Blockchain handeln. Die Blockchain ist das digitale Hauptbuch, das vielen Kryptowährungen zugrunde liegt. Für BlackRock ist es das erste Mal, dass der Vermögensverwalter Portfolios speziell für die Tokenisierung durch ein anderes Unternehmen konzipiert hat.
Modellportfolios haben sich als beliebte Methode für Finanzberater etabliert, um Anlageentscheidungen an professionelle Investoren auszulagern. Laut Broadridge Financial Solutions gaben 87 Prozent der 400 befragten Berater an, sie zu nutzen, wobei 25 Prozent angaben, dass sie diese ausschließlich verwenden. Die Dynamik nimmt weiter zu: Das Gesamtvermögen innerhalb der Portfolios stieg im Juni auf 9,8 Billionen Dollar, verglichen mit 7,7 Billionen Dollar ein Jahr zuvor.
Sieben tokenisierte Portfolios zum Start
Ondo startet am Donnerstag sieben tokenisierte Modellportfolios, darunter die drei von BlackRock: High-Income, Diversified Growth und High-Growth. Die BlackRock-Portfolios werden je nach Profil eine Mischung aus Aktien-, Anleihe- und Bitcoin-ETFs halten. Ondo wird für jedes der Portfolios einen eigenen Token emittieren.
Der Mechanismus dahinter ist automatisiert: Wenn Anleger diese Token kaufen, erwirbt selbstausführende Software automatisch Anteile an den zugrunde liegenden ETFs, die das jeweilige Portfolio bilden. Anleger erhalten damit indirekt Zugang zu den klassischen Anlageprodukten, ohne diese direkt handeln zu müssen.
Für deutsche Privatanleger ist der Schritt insofern relevant, als er zeigt, wie stark die Verzahnung zwischen traditioneller Vermögensverwaltung und der Krypto-Welt voranschreitet. BlackRock, einst ein klassischer Indexfonds-Anbieter, treibt diese Entwicklung seit geraumer Zeit aktiv voran. Die Tokenisierung von Modellportfolios könnte künftig auch europäische Anleger betreffen, sofern entsprechende regulatorische Rahmenbedingungen geschaffen werden.
Der Schritt reiht sich in eine breitere Bewegung ein, in der immer mehr traditionelle Finanzinstitute auf Blockchain-Technologie setzen. Tokenisierte Vermögenswerte gelten in der Branche als Wachstumsfeld, weil sie den Handel rund um die Uhr und über Ländergrenzen hinweg ermöglichen sollen. BlackRock positioniert sich mit diesem Vorstoß erneut an der Spitze dieser Entwicklung.
Ob sich das Modell durchsetzt, hängt maßgeblich von der Nachfrage der Anleger und der weiteren regulatorischen Entwicklung ab. Klar ist: Der weltgrößte Vermögensverwalter setzt ein deutliches Signal, dass er die Tokenisierung nicht als Nischenphänomen, sondern als ernstzunehmenden Teil der künftigen Finanzinfrastruktur betrachtet.
