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Bitcoin unter 60.000 Dollar: ETF-Abflüsse erreichen siebte Woche

Zinssorgen und anhaltende Kapitalabflüsse aus Spot-ETFs belasten Bitcoin – die Kryptowährung verliert wöchentlich fast 7 Prozent.

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Bitcoin unter 60.000 Dollar: ETF-Abflüsse erreichen siebte Woche

Bitcoin steht weiter unter Druck. Am Freitag fiel die größte Kryptowährung der Welt um 2,7 Prozent auf 59.918,50 US-Dollar und verharrte damit unter der psychologisch wichtigen Marke von 60.000 Dollar. Im Wochenvergleich summiert sich das Minus auf knapp 7 Prozent – ein deutliches Zeichen für die anhaltende Schwäche im Kryptomarkt.

Ausschlaggebend für den Rückgang sind gleich mehrere Faktoren: Wachsende Sorgen über hohe US-Zinsen, ein breiter Ausverkauf bei risikobehafteten Vermögenswerten sowie ein schwindendes Interesse institutioneller und privater Anleger an Kryptowährungen. Händler verhielten sich gegenüber spekulativen Anlagen wie Bitcoin entsprechend vorsichtig.

Sieben Wochen in Folge: ETF-Abflüsse nehmen wieder Fahrt auf

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Spot-Bitcoin-ETFs, die in den USA seit Anfang 2024 zugelassen sind. Laut Daten von SoSoValue verzeichneten diese Produkte die siebte Woche in Folge Netto-Abflüsse. In der abgelaufenen Woche zogen Anleger insgesamt 1,35 Milliarden US-Dollar aus den ETFs ab – nachdem sich die Abflüsse in den zwei Wochen zuvor kurzzeitig beruhigt hatten, nahmen sie nun wieder deutlich an Fahrt auf.

Die Zahlen signalisieren ein schwindendes Interesse sowohl institutioneller als auch privater Investoren am Kryptosektor. Als ein wesentlicher Grund gilt die wachsende Präferenz für Vermögenswerte mit klareren Fundamentaldaten – insbesondere Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. KI-Titel haben Kryptowährungen in den vergangenen Jahren angesichts des wachsenden Technologieoptimismus deutlich übertroffen. Obwohl die KI-Rallye in dieser Woche selbst einen Dämpfer erhielt, lockte dies nur wenige Käufer in den Kryptomarkt.

Fed-Kurs und hartnäckige Inflation belasten den Markt

Ein weiterer Belastungsfaktor ist die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Die Fed hatte in der Vorwoche hawkische Töne angeschlagen und damit Erwartungen auf baldige Zinssenkungen gedämpft. Die am Donnerstag veröffentlichten Daten zum PCE-Preisindex – dem bevorzugten Inflationsmaß der Fed – bestätigten, dass die Inflation hartnäckig über dem jährlichen Ziel von 2 Prozent liegt. Dies gibt der Zentralbank weiteren Spielraum für mögliche Zinserhöhungen.

Höhere Zinsen sind traditionell ungünstig für spekulative Anlagen wie Kryptowährungen, da diese keine direkten Renditen wie Zinsen oder Dividenden abwerfen. In einem Umfeld steigender Zinsen verlieren solche Anlagen gegenüber festverzinslichen Alternativen an Attraktivität.

Binance scheitert mit Lizenzantrag in Griechenland

Zusätzlichen Gegenwind erhielt der Kryptomarkt durch eine regulatorische Niederlage der weltgrößten Kryptobörse Binance. Das Unternehmen konnte sich in Griechenland keine Lizenz sichern, die es ihm ermöglicht hätte, unter dem neuen EU-Regulierungsrahmen MiCA (Markets in Crypto-Assets) weiterhin in Europa tätig zu sein. Binance erklärte, dass Nutzer weiterhin Zugriff auf ihre Vermögenswerte auf der Plattform haben werden und dass das Unternehmen eine Zulassung in einem anderen EU-Mitgliedstaat anstreben werde.

Unter den MiCA-Vorschriften haben Kryptofirmen bis Ende Juni Zeit, eine Lizenz in einem einzelnen EU-Mitgliedstaat zu erwerben, die dann als „Pass" für den Betrieb in der gesamten Europäischen Union gilt. Die Regulierung zielt darauf ab, Kryptobörsen stärker zu kontrollieren – europäische Behörden kritisieren diese seit Langem als potenziell destabilisierend für die Märkte, wenn sie nicht ordnungsgemäß überwacht werden. Der BNB-Token von Binance verlor am Freitag ebenfalls 2 Prozent.

Breiter Ausverkauf im gesamten Kryptomarkt

Der Abwärtsdruck beschränkte sich nicht auf Bitcoin. Ether, die zweitgrößte Kryptowährung der Welt, brach um 6,4 Prozent auf 1.548,27 US-Dollar ein und notierte damit nahe einem 14-Monats-Tief. Solana und Cardano gaben jeweils um mehr als 4 Prozent nach, während XRP mit einem Minus von 0,3 Prozent vergleichsweise stabil blieb.

Auch im Segment der Memecoins gab es keine Erholung: Dogecoin verlor 3,5 Prozent, der $TRUMP-Token fiel um 2,9 Prozent. Der breite Ausverkauf verdeutlicht, dass die aktuelle Schwäche kein Einzelphänomen ist, sondern den gesamten Kryptomarkt erfasst hat.

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