Bill Ackmans Doppel-Börsengang startet heute an der Wall Street
Milliardär Bill Ackman läutet die Eröffnungsglocke der NYSE und bringt zwei Unternehmen gleichzeitig an die Börse.

Bill Ackman steht kurz vor einer bemerkenswerten Premiere an den Finanzmärkten. Der bekannte Milliardär und Hedgefonds-Manager läutete am Mittwochmorgen die Eröffnungsglocke an der New York Stock Exchange (NYSE) – als symbolischen Auftakt für einen einzigartigen doppelten Börsengang, der in dieser Form bislang selten zu beobachten war.
Ackman bringt dabei zwei Unternehmen nahezu gleichzeitig an die Börse: seinen neuen Aktienfonds Pershing Square USA sowie seine Hedgefonds-Managementgesellschaft Pershing Square. Für den Aktienfonds sammelte er 5 Milliarden US-Dollar ein – eine beachtliche Summe, auch wenn das Ergebnis am unteren Ende der ursprünglich angestrebten Spanne lag.
Einer der größten Börsengänge des letzten Jahrzehnts
Trotz des verhaltenen Starts im Vergleich zu den eigenen Erwartungen ist das Volumen des Angebots beeindruckend. Laut dem Datenanbieter Dealogic zählt der Börsengang von Pershing Square USA gemessen am eingesammelten Kapital zu den zehn größten Börsengängen der vergangenen zehn Jahre. Das unterstreicht die Bedeutung dieses Schritts für den US-amerikanischen Kapitalmarkt.
Der Handel für beide Werte sollte voraussichtlich gegen Mittag (Ortszeit New York) beginnen. Dabei soll der Aktienfonds Pershing Square USA unter dem Tickersymbol „PSUS" zuerst den Handel aufnehmen. Im Anschluss folgt die Managementgesellschaft Pershing Square unter dem Kürzel „PS". Banker haben bereits darauf hingewiesen, dass die Aktien beider Unternehmen in den ersten Handelstagen volatil sein könnten – ein Hinweis, den Anleger ernst nehmen sollten.
Privatanleger als Zielgruppe – bisher mit mäßigem Erfolg
Ackmans Strategie hinter dem Fonds PSUS ist klar: Er möchte einen dauerhafteren Kapitalpool aufbauen, der weniger anfällig für kurzfristige Mittelabflüsse ist als klassische Hedgefonds. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt er gezielt auf seine starke Präsenz in den sozialen Medien, um Privatanleger anzusprechen – eine Zielgruppe, die für institutionell geprägte Hedgefonds-Manager eher ungewöhnlich ist.
Ackman ist in der Finanzwelt bekannt für seine öffentlichkeitswirksamen Auftritte und seine aktive Nutzung von Plattformen wie X (ehemals Twitter), wo er Hunderttausende Follower hat. Diese Reichweite wollte er nutzen, um Kleinanleger für seinen neuen Fonds zu gewinnen. Bislang hat diese Strategie jedoch noch nicht die erhoffte Dynamik entfaltet, wie das Wall Street Journal berichtete. Bei der anvisierten Privatanleger-Zielgruppe konnte der Fonds im Vorfeld des Börsengangs kaum Schwung aufbauen.
Für deutsche Privatanleger ist das Geschehen an der Wall Street aus mehreren Gründen interessant: Zum einen zeigt es, wie prominente Investoren zunehmend auf Retailanleger setzen, um Kapital zu mobilisieren. Zum anderen verdeutlicht der doppelte Börsengang die Kreativität, mit der Finanzakteure neue Strukturen entwickeln, um Kapital langfristig zu binden. Ob Ackmans Wette auf die Kraft der sozialen Medien und den Privatanleger aufgeht, wird sich in den kommenden Wochen und Monaten zeigen.
