Bestatteraktien: Diese vier US-Titel trotzen der KI-Revolution
Während KI viele Branchen bedroht, bleibt die Bestattungsbranche weitgehend verschont – vier Aktien im Check

Künstliche Intelligenz versetzt derzeit ganze Branchen in Aufruhr. Nach Software- und Datendienstleistern hat es zuletzt auch Versicherer erwischt. Die Angst: KI könnte etablierte Geschäftsmodelle überflüssig machen. Doch es gibt Branchen, die von dieser Disruption weitgehend verschont bleiben dürften.
Die Bestattungsindustrie gehört dazu. Zwar macht KI auch hier Prozesse effizienter, doch Menschen einen würdigen Abschied zu bereiten, bleibt eine zutiefst menschliche Aufgabe. Hinzu kommt: Die Branche ist wenig innovativ. Ein Sarg bleibt ein Sarg. Was früher als Nachteil galt, könnte im KI-Zeitalter zum Vorteil werden.
Allerdings wird die Auswahl für Anleger immer kleiner. Der britische Bestatter Dignity Services verschwand vor drei Jahren von der Börse. Auch der US-Konzern Hillenbrand soll bis Ende März von Investor Lone Star übernommen werden. Vier börsennotierte Bestatter aus den USA bleiben übrig.
Service Corporation International: Der Platzhirsch
Der Marktführer aus Houston betreibt unter anderem den Rose Hills Memorial Park in Kalifornien – den flächenmäßig größten Friedhof der USA. Die Zahlen zum vierten Quartal 2025 zeigen das typische Bild: Der Umsatz kletterte um zwei Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Klingt bescheiden, ist aber stabil.
Das Geschäftsmodell ist defensiv und konjunkturunabhängig. Der demografische Wandel spielt dem Konzern in die Karten. Als Marktführer verfügt Service Corporation über erhebliche Preissetzungsmacht. Zuletzt kaufte das Unternehmen 22 Bestattungsinstitute und zwei Friedhöfe in Ballungszentren zu.
Die Aktie ist kein Highflyer, aber über Jahre hinweg stetig gestiegen. Für langfristig orientierte Anleger eine interessante Option.
Matthews International: Turnaround-Kandidat mit Risiko
Der Konzern aus Pittsburgh ist breiter aufgestellt. Industrielle Technologien wie Produktkennzeichnung tragen ein Viertel zum Umsatz bei. Der Hauptumsatzbringer ist mit 70 Prozent die Sparte Memorialization – Grabsteine, Urnen und Friedhofsmonumente.
Die Zahlen bereiten allerdings Sorgen. Im ersten Quartal 2026 brach der Umsatz um fast 30 Prozent auf 285 Millionen Dollar ein, hauptsächlich durch Verkäufe von Geschäftsbereichen. Das operative Geschäft verbrennt weiterhin Geld, erkennbar am negativen Netto-Cashflow von 52 Millionen Dollar.
Vor allem die Industrietechnologien-Sparte schwächelt. Das Management strukturiert um, baut Schulden ab und arbeitet an der Profitabilität. Mutige Anleger können auf den Turnaround setzen – und sich die Wartezeit mit vier Prozent Dividendenrendite versüßen.
Carriage Services: Wachstumskurs nach Umbau
Der Rundum-Dienstleister aus Houston betreibt rund 150 Bestattungsunternehmen und 30 Friedhöfe in den USA. Nach Jahren mit steigendem Gewinn stagniert dieser zuletzt bei etwa 33 Millionen Dollar.
Die Aktie legte zwischen Ende 2023 und Ende 2025 stark zu, konsolidiert seitdem aber. Bald könnte sich das ändern. Das Unternehmen hat seine Führungsebene umgebaut und neue Manager geholt, die auf Wachstum setzen sollen. Die für Ende Februar erwarteten Quartalszahlen werden zeigen, ob die Strategie aufgeht.
Security National Financial: Für Zocker
Die Gruppe aus Utah ist im Kern Lebensversicherer, fokussiert sich aber auf Bestattungsvorsorge- und Sterbegeldpolicen. Diese Sparte trägt die Hälfte zum Umsatz bei und wächst am stärksten. Als zweites Standbein unterhält der Konzern selbst Friedhöfe und Bestattungshäuser. Die dritte Sparte sind Hypothekendarlehen.
Die jüngsten Zahlen zum dritten Quartal 2025 enttäuschten: Umsatz und Gewinn sanken, die Profitabilität litt. Die Probleme am US-Hypothekenmarkt belasten das Geschäft. Mit einem Börsenwert von nur 243 Millionen Dollar ist Security National Financial ein Nebenwert mit starken Kursschwankungen – eher etwas für Spekulanten.
