Berkshire Hathaway verkauft Apple und Bank of America – Einstieg bei New York Times
Warren Buffetts Investmentgesellschaft baut Positionen bei Tech-Gigant und Großbank ab, setzt auf Medienbranche

Berkshire Hathaway hat im vierten Quartal 2024 seine Beteiligungen an zwei Schwergewichten deutlich reduziert. Die Investmentholding von Warren Buffett trennte sich von rund 50,8 Millionen Aktien der Bank of America und verkaufte 10,3 Millionen Apple-Aktien. Gleichzeitig baute das Unternehmen aus Omaha eine neue Position bei der New York Times auf.
Die Portfolioumschichtung wurde am Dienstagnachmittag in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht bekannt. Bei Apple markiert der Verkauf bereits die dritte Reduzierung in Folge. Die einstige Kernbeteiligung des Konglomerats wird damit weiter zurückgefahren. Auch bei der Bank of America setzt Berkshire den Abbau fort, nachdem die Position über Jahre hinweg aufgebaut worden war.
Dem gegenüber steht ein überraschender Einstieg: Berkshire erwarb 5,1 Millionen Aktien der New York Times. Die Aktie des Medienunternehmens sprang im nachbörslichen Handel um 3,3 Prozent nach oben. Die Times hat ihr Geschäftsmodell in den vergangenen Jahren erfolgreich um digitale Angebote wie Spiele und Rezepte erweitert und konnte so die Abhängigkeit vom klassischen Nachrichtengeschäft reduzieren.
Rückkehr zu Medieninvestments
Die Investition markiert eine bemerkenswerte Kehrtwende. Berkshire hatte seine Zeitungssammlung 2020 für 140 Millionen Dollar an den Verlag Lee Enterprises verkauft. Zu den damals abgestoßenen Titeln gehörten die Buffalo News, die Tulsa World in Oklahoma und der Richmond Times-Dispatch in Virginia. Beobachter werteten den Verkauf seinerzeit als Signal, dass Buffett keine Zukunft mehr im klassischen Zeitungsgeschäft sah.
Die New York Times unterscheidet sich jedoch deutlich von regionalen Tageszeitungen. Das Unternehmen hat mit seinem digitalen Abo-Modell bewiesen, dass Qualitätsjournalismus auch im Internet profitabel sein kann. Über zehn Millionen zahlende Digital-Abonnenten und ein diversifiziertes Produktportfolio machen die Times zu einem der erfolgreichsten Medienunternehmen der Branche.
Neue Führung, bewährte Strategie
Die Portfolio-Änderungen fallen in eine Übergangsphase bei Berkshire Hathaway. Greg Abel, der von Warren Buffett persönlich ausgewählte Nachfolger, übernahm Anfang 2025 offiziell den CEO-Posten. Er führt nun ein weitverzweigtes Investmentportfolio sowie eine Sammlung von Tochtergesellschaften, die von Versicherungen über Eisenbahnen bis hin zu Sportschuhen reicht. Die jüngsten Transaktionen zeigen, dass Berkshire auch unter neuer Führung an seiner Strategie festhält, Positionen aktiv zu managen und Chancen in verschiedenen Branchen zu nutzen.
