Berkshire Hathaway bereitet Ausstieg aus Kraft Heinz vor
Greg Abel, neuer CEO von Berkshire Hathaway, signalisiert das Ende der milliardenschweren Kraft-Heinz-Beteiligung. Die Investition, die Warren Buffett 2015 einfädelte, entwickelte sich zur Enttäuschung.

Berkshire Hathaway bereitet offenbar den Verkauf seiner gesamten Beteiligung an Kraft Heinz vor. Laut einer SEC-Meldung könnte das Investmentkonglomerat nahezu alle Anteile am Lebensmittelkonzern veräußern. Die 27,5-Prozent-Beteiligung hat aktuell einen Wert von 7,5 Milliarden US-Dollar.
Die Ankündigung erfolgt nur wenige Wochen nach dem offiziellen Amtsantritt von Greg Abel als neuer Berkshire-CEO. Sie markiert einen deutlichen Kurswechsel gegenüber der Ära Warren Buffett, der das Kraft-Heinz-Investment maßgeblich vorangetrieben hatte.
Aktie unter Druck
Die Kraft-Heinz-Aktie reagierte mit einem Kursrutsch von sieben Prozent auf 21,99 US-Dollar. Damit näherte sich der Kurs einem Sechsjahrestief, bevor eine leichte Erholung einsetzte. Zum Wochenschluss notierte die Aktie bei 23,20 US-Dollar, was einem Wochenverlust von 1,4 Prozent entspricht.
Die geplante Trennung in zwei separate Unternehmen, die Kraft Heinz im September ankündigte, würde die Fusion von 2015 faktisch rückgängig machen. Warren Buffett hatte sich damals kritisch zu diesem Plan geäußert: „Es war sicherlich keine brillante Idee, sie zusammenzulegen, aber ich glaube nicht, dass die Trennung es beheben wird."
Vom Hoffnungsträger zur Enttäuschung
Berkshire hatte sich 2013 mit der brasilianischen Beteiligungsgesellschaft 3G Capital Management zusammengetan, um H.J. Heinz für 23,3 Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Zwei Jahre später folgte die Fusion mit Kraft zu einem Gesamtunternehmen.
Die 325 Millionen Berkshire-Aktien am fusionierten Konzern erreichten 2016 einen Höchstwert von etwa 30 Milliarden US-Dollar. Seitdem verlor die Position rund 75 Prozent an Wert. Kraft Heinz leidet unter jahrelangen Unterinvestitionen und wachsendem Wettbewerbsdruck durch günstigere Handelsmarken.
Verkauf in Etappen möglich
Die SEC-Meldung bedeutet nicht zwingend einen sofortigen Komplettverkauf. Berkshire könnte die Position auch schrittweise abbauen. Klarheit werden die vierteljährlichen 13F-Portfolio-Berichte bringen, die Mitte Mai für das laufende Quartal veröffentlicht werden.
Für deutsche Anleger ist die Entwicklung ein Lehrstück über die Risiken selbst bei Investments legendärer Investoren. Die Kraft-Heinz-Beteiligung gilt als einer der größten Fehlinvestments in der Geschichte von Berkshire Hathaway unter Warren Buffett.
