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Benzinmargen in Nordwesteuropa steigen um fast 3,50 Dollar

Geopolitische Spannungen rund um Iran, Huthi-Angriffe und Ukraine-Krieg treiben die Raffineriemargen deutlich nach oben.

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Benzinmargen in Nordwesteuropa steigen um fast 3,50 Dollar

Die nordwesteuropäischen Benzin-Raffineriemargen haben am Montag einen deutlichen Sprung nach oben gemacht. Sie stiegen um fast 3,50 US-Dollar auf 35,52 Dollar pro Barrel. Hintergrund sind gleich mehrere geopolitische Ereignisse, die den Energiemarkt gleichzeitig unter Druck setzen.

Im physischen Handel wechselten rund 8.000 Tonnen E5-Benzin-Bargen den Besitzer. Als Verkäufer traten dabei Equinor und Exxon Mobil auf, während BP und TotalEnergies als Käufer fungierten. Zusätzlich wurden während der Handelssitzung weitere 16.000 Tonnen E10-Benzin-Bargen gehandelt, wobei Exxon Mobil, Gunvor, Shell und Finco an Varo, TotalEnergies und MB Energy verkauften.

Ölpreise steigen um drei Prozent

Parallel dazu legten die Ölpreise am Montag um rund drei Prozent zu. Ausschlaggebend war eine Erklärung des Iran, wonach die USA zunächst die Sanktionen gegen Teheran aufheben, Reparationszahlungen leisten und mehrere weitere Bedingungen erfüllen müssten, bevor die Straße von Hormus wieder geöffnet werde. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und für den globalen Öltransport von entscheidender strategischer Bedeutung.

Zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Märkte erzeugte eine Meldung des Branchenbeobachters IIR: Saudi Aramco hat demnach die Wiederinbetriebnahme seiner Jazan-Raffinerie auf den 30. August verschoben. Die Anlage verfügt über eine Kapazität von 400.000 Barrel pro Tag. Grund für die Verzögerung sind zwei Angriffe der Huthi-Rebellen seit Ende Juli, die den Zeitplan für die Wiederaufnahme des Betriebs durcheinandergebracht haben.

Ukraine greift russische Raffinerie an

Für weitere Marktbewegungen sorgte eine Meldung des ukrainischen Militärs. Dieses gab am Montag bekannt, in der Nacht die Taneko-Ölraffinerie in der russischen Region Tatarstan angegriffen zu haben. In der Anlage wurde laut ukrainischen Angaben ein Feuer registriert. Angriffe auf russische Energieinfrastruktur gehören seit Längerem zur ukrainischen Kriegsstrategie und können das globale Angebot an Raffinerieprodukten beeinflussen.

Die Kombination aus iranischen Drohungen gegenüber einer Schlüsselroute für den Öltransport, dem Ausfall der Jazan-Raffinerie durch Huthi-Angriffe und dem ukrainischen Angriff auf russische Energieinfrastruktur verdeutlicht, wie stark die Energiemärkte derzeit von geopolitischen Risiken abhängen. Für Anleger und Marktteilnehmer bleibt die Lage volatil und schwer kalkulierbar.

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