Benzinmargen in Nordwesteuropa sinken leicht, bleiben aber stabil
Benzinmargen in Nordwesteuropa leicht gefallen, bleiben aber auf hohem Niveau dank begrenztem Angebot.

Die nordwesteuropäischen Benzin-Raffineriemargen sind am Montag um fast einen US-Dollar auf 42,22 Dollar pro Barrel gefallen. Trotz dieses Rückgangs bewegen sich die Margen weiterhin auf einem hohen Niveau, was auf das begrenzte Angebot und den regen Handel zurückzuführen ist.
Die Handelsaktivität war mit einem Volumen von 22.000 Tonnen E5-Benzin-Bargen beachtlich. Zu den Verkäufern zählten ExxonMobil und Trafigura, während BP, TotalEnergies, MB Energy und Varo als Käufer auftraten. Darüber hinaus wechselten weitere 8.000 Tonnen E10-Benzin-Bargen den Besitzer, wobei ExxonMobil und Shell auf der Verkäuferseite standen und Varo sowie Trafigura die Ware abnahmen.
Starke Nachfrage im Platts-Fenster
TotalEnergies erwarb im sogenannten Platts-Fenster drei E5-Bargen von Trafigura und BP. Auch Vitol zeigte Interesse und gab ein Gebot für eine Benzinfracht zur Lieferung an die Themse ab, fand jedoch keine entsprechenden Verkäufer. Dies unterstreicht die angespannte Angebotslage auf dem europäischen Markt.
Das Beratungsunternehmen Energy Aspects gibt einen Ausblick auf die zweite Jahreshälfte 2026. Demnach dürften begrenzte Raffineriewartungen in den Vereinigten Staaten und Europa in Kombination mit der hohen Produktion der nigerianischen Dangote-Raffinerie das Benzinangebot im Atlantikbecken im Jahresvergleich um etwa 200.000 Barrel pro Tag erhöhen. Dies könnte mittelfristig für eine Entspannung der Angebotssituation sorgen.
Globale Vorräte und Preisdruck
Für die kurzfristige Perspektive prognostiziert Energy Aspects, dass die weltweiten Benzinvorräte bis Oktober sinken werden. Dies dürfte die Benzinpreise in den Vereinigten Staaten und Singapur stützen. Der europäische EBOB-Markt könnte jedoch einen zusätzlichen Faktor benötigen, um die Preisanstiege fortzusetzen. Die Märkte in Europa scheinen derzeit weniger stark von der Verknappung getrieben zu sein als andere Regionen.
Ein weiterer Einflussfaktor kommt aus der US-Politik. Der US-Energieminister Chris Wright erklärte, er werde sich am Montag mit US-Unternehmen treffen, um Möglichkeiten zur Erhöhung des Raffineriedurchsatzes und zur Senkung der Benzinpreise zu erörtern. Die Preise verharren nach dem Konflikt zwischen den USA und dem Iran weiterhin auf einem hohen Niveau. Sollten die USA ihre heimische Produktion tatsächlich steigern, könnte dies auch globale Auswirkungen auf die Benzinmärkte haben.
Fazit für Anleger
Die aktuellen Margenrückgänge in Nordwesteuropa bewegen sich noch im Rahmen, doch die fundamentalen Faktoren bleiben spannungsgeladen. Anleger sollten die Entwicklung der Raffineriekapazitäten sowohl in den USA als auch in Nigeria im Auge behalten, da diese das Angebot im Atlantikbecken maßgeblich beeinflussen werden.
