Becle verzeichnet 13% Gewinnrückgang durch höhere Steuerbelastung
Der mexikanische Spirituosenhersteller Becle, bekannt für Jose Cuervo Tequila, enttäuscht im vierten Quartal 2025 mit schwachen Zahlen.

Der mexikanische Spirituosenkonzern Becle hat für das vierte Quartal 2025 einen deutlichen Gewinneinbruch gemeldet. Der Nettogewinn sank um 13% auf 1,35 Milliarden mexikanische Pesos – umgerechnet rund 75 Millionen US-Dollar. Analysten hatten mit 1,60 Milliarden Pesos gerechnet und lagen damit deutlich über dem tatsächlichen Ergebnis.
Auch beim Umsatz verfehlte Becle die Erwartungen erheblich. Die Erlöse gingen im Jahresvergleich um 14,1% auf 11,08 Milliarden Pesos zurück. Als Hauptursachen nannte das Unternehmen geringere Absatzvolumina in Nordamerika sowie ungünstige Währungseffekte durch einen stärkeren mexikanischen Peso. Analysten hatten einen Umsatz von 12,25 Milliarden Pesos prognostiziert.
Den Gewinnrückgang führte Becle primär auf eine höhere Ertragsteuerbelastung zurück. Gleichzeitig verringerten die niedrigeren Umsätze den operativen Hebel des Unternehmens. Immerhin konnten sich die Brutto- und operativen Margen im Berichtszeitraum verbessern.
Nordamerika-Geschäft unter Druck
Becle erwirtschaftet mehr als die Hälfte seines Umsatzes in Kanada und den USA sowie rund ein Viertel auf seinem Heimatmarkt Mexiko. Beide nordamerikanischen Märkte entwickelten sich zuletzt schwierig. In den USA verzeichnete die gesamte Spirituosenbranche 2025 einen weitreichenden Absatzrückgang.
Zusätzlich belastete ein kanadischer Boykott amerikanischer Marken das Geschäft. Hintergrund sind die wiederkehrenden Zollandrohungen aus Washington, die kanadische Verbraucher dazu veranlassten, gezielt US-Produkte zu meiden – darunter auch Becle-Marken wie Jose Cuervo.
Die Tequila-Importe der USA sanken in den ersten neun Monaten 2025 um dramatische 26% auf 2,83 Milliarden US-Dollar, wie Daten des U.S. Distilled Spirits Council zeigen. Die gesamten US-Spirituosenimporte gingen im gleichen Zeitraum um 17% zurück. Trotz des Einbruchs übertraf der Tequila-Import noch immer die kombinierten Einfuhren von Whiskey, Gin und Rum.
Struktureller Wandel im Spirituosenmarkt
Becle, dessen Portfolio neben der Tequila-Markenfamilie Jose Cuervo auch Mezcals, Wodkas, Gins und Whiskeys umfasst, steht vor einem strukturellen Problem. Der weltweite Alkoholkonsum ist rückläufig. Branchenverbände machen veränderte Konsumgewohnheiten verantwortlich: Verbraucher agieren sparsamer, greifen vermehrt zu gesunden Alternativen und der legale Marihuanamarkt gewinnt als Konkurrenz an Bedeutung.
Für deutsche Anleger, die den globalen Konsumgütersektor beobachten, verdeutlicht Becles Quartalsbericht die strukturellen Herausforderungen der Spirituosenbranche. Geopolitische Spannungen, Währungsrisiken und ein fundamentaler Wandel im Konsumverhalten belasten die Branche weltweit.
