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Bayer unter Druck: Aktienkurs bricht drastisch ein

Gewinnwarnungen, Rechtsstreitigkeiten und Umstrukturierung belasten den Konzern

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Bayer unter Druck: Aktienkurs bricht drastisch ein

Der Kurs der Bayer-Aktie ist am Dienstag um mehr als 13 Prozent eingebrochen, was bei den Aktionären des Pharma- und Agrarchemiekonzerns für Verunsicherung sorgte. Der Wert der Aktie sank auf rund 21,50 Euro, einen Stand, den das Unternehmen zuletzt vor 20 Jahren erreichte. Der Konzern, der seit der Übernahme des Saatgutunternehmens Monsanto im Jahr 2018 von Herausforderungen geprägt ist, gab bekannt, dass der operative Gewinn für das Jahr 2024 und 2025 geringer ausfallen werde, was die Investoren enttäuschte. Vorstandsvorsitzender Bill Anderson zeigte Verständnis für die Sorgen der Investoren und versuchte, Vertrauen für den laufenden Restrukturierungsprozess zu gewinnen.

Bayers Agrarsparte Crop Science, die seit der Monsanto-Übernahme Teil des Konzerns ist, leidet unter einem schwierigen Marktumfeld. Nach den hohen Gewinnen in der Zeit der Pandemie aufgrund gestiegener Glyphosat-Preise kämpft das Unternehmen nun mit einem rückläufigen Markt. Besonders in Lateinamerika sind die Auswirkungen von Wetterextremen und Krankheitsbefall spürbar, was die Nachfrage stark beeinflusst. Die sinkenden Verkaufszahlen in den wichtigen Märkten Argentinien und Brasilien führen zu einer düsteren Prognose für das kommende Jahr. Finanzvorstand Wolfgang Nickl kündigte an, dass zur Abfederung des Einbruchs verstärkte Kosten- und Effizienzmaßnahmen eingeführt würden.

Im dritten Quartal 2024 meldete Bayer einen Einbruch des bereinigten operativen Gewinns der Agrarsparte um fast 26 Prozent. Die Schwierigkeiten führten zu weiteren Wertminderungen, die in einem Nettoverlust von 4,18 Milliarden Euro resultierten. Anderson betont die Bedeutung von Innovationen, darunter eine neue Maissorte, die ab 2027 wetterresistenter sein und zum Gewinnwachstum beitragen soll.

Die Pharmasparte verzeichnete ebenfalls einen leichten Rückgang im dritten Quartal. Dennoch sind zwei neu eingeführte Medikamente, das Krebsmedikament Nubeqa und die Nierenarznei Kerendia, vielversprechend. Die bevorstehenden Patentabläufe für etablierte Produkte wie Xarelto und Eylea unterstreichen jedoch die Dringlichkeit, weitere Umsatztreiber zu entwickeln. Zwei neue Medikamente mit hoher Markterwartung sollen 2025 folgen.

Ein weiteres Problem für Bayer bleibt die anhaltende Belastung durch Glyphosatklagen in den USA. Anderson hofft auf eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs oder auf Gesetzesänderungen, die den Klagen die rechtliche Grundlage entziehen könnten. Eine mögliche Insolvenzstrategie für Monsanto könnte ebenfalls helfen, die finanziellen Ansprüche zu reduzieren.

Intern arbeitet Anderson an einem Umbau der Konzernstruktur. Hierarchien werden reduziert und kleinere Teams eingeführt, was zu einem schnelleren und effizienteren Betrieb führen soll. Rund 5500 Stellen wurden im Zuge der Umstrukturierung im Jahr 2024 abgebaut.

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