Banken in Polen stehen vor Mehrbelastungen
Hilfsprogramm für Hypothekenschuldner verursacht Kosten von über 1,8 Milliarden Euro

In Polen stehen die Banken vor finanziellen Herausforderungen aufgrund neuer legislativer Entwicklungen. Ein aktuelles Regierungsvorhaben sieht vor, Bürgern mit Hypothekenschulden erhebliche finanzielle Erleichterungen zu gewähren. Diese Maßnahme wird für den Finanzsektor kostspieliger als ursprünglich angenommen, mit einer Belastung von 8,06 Milliarden Zloty, was etwa 1,81 Milliarden Euro entspricht.
Die polnische Regierung beabsichtigt, die 2022 eingeführten Hilfsmaßnahmen, die Hypothekenschuldnern in Zeiten steigender Zinsen Unterstützung bieten sollen, bis ins Jahr 2024 auszudehnen. Diese Regelung richtet sich an Haushalte, die bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschreiten. Ursprünglich konnten bedürftige Familien bis zu acht Monatsraten ihrer Hypotheken aussetzen, ohne Einkommensnachweise vorlegen zu müssen. Diese Unterstützung hat den Bankensektor bereits 12,78 Milliarden Zloty (circa 2,88 Milliarden Euro) gekostet.
Das Parlament Polens wird über die Fortführung dieses Programms entscheiden, wobei die erste Sitzung nach den Parlamentswahlen für den 13. November geplant ist. Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse wird eine Regierungsbildung durch das EU-freundliche Oppositionsbündnis erwartet.
Neben diesen Herausforderungen sind polnische Banken, darunter die mBank, eine Tochtergesellschaft der Commerzbank, auch mit rechtlichen Auseinandersetzungen konfrontiert. Viele polnische Kreditnehmer hatten ihre Hypotheken in Schweizer Franken aufgenommen, um von günstigeren Zinsen zu profitieren. Allerdings führte die Aufwertung des Frankens gegenüber dem Zloty zu einer unerwarteten finanziellen Belastung für die Kreditnehmer. Dies hat zu einer Welle von Klagen geführt, wobei die mBank im dritten Quartal Verluste verzeichnete und zum Berichtszeitpunkt mit 21.750 rechtshängigen Fällen konfrontiert war.
