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Bank von Italien senkt Wachstumsprognose für 2027 auf 0,4%

Höhere Energiepreise und geopolitische Unsicherheit belasten die Inlandsnachfrage der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone.

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Bank von Italien senkt Wachstumsprognose für 2027 auf 0,4%

Die Bank von Italien hat ihre Wachstumsprognose für das Jahr 2027 nach unten korrigiert. Laut einer am Freitag veröffentlichten Erklärung senkte die italienische Zentralbank ihre Projektion für 2027 von zuvor 0,5% auf nunmehr 0,4%. Die Prognose für 2026 wurde hingegen unverändert bei 0,6% belassen.

Als Hauptgrund für den schwächeren Ausblick nannte die Zentralbank eine geringere Inlandsnachfrage. Diese steht demnach unter dem Druck steigender Energiepreise sowie einer erhöhten geopolitischen Unsicherheit – zwei Faktoren, die derzeit viele europäische Volkswirtschaften belasten.

Die revidierten Projektionen entstanden im Rahmen einer koordinierten Übung der Zentralbanken der Eurozone. Ziel war es, die in dieser Woche veröffentlichten Prognosen der Europäischen Zentralbank (EZB) für den gesamten Euroraum zu unterstützen. Damit fügt sich die Einschätzung der Bank von Italien in ein breiteres europäisches Bild ein.

Italiens BIP wächst im ersten Quartal

Italiens Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorquartal um 0,3% zu. Dies geht aus Daten des nationalen Statistikamtes ISTAT hervor, die im vergangenen Monat veröffentlicht wurden. Der Wert stellt zudem eine Aufwärtskorrektur gegenüber einer früheren Schätzung dar – ein kurzfristig positives Signal für die Wirtschaft.

Für den weiteren Verlauf des Jahres 2026 zeichnet die Zentralbank jedoch ein verhaltenes Bild. Die Bank von Italien erwartet, dass das vierteljährliche BIP für den Rest des Jahres 2026 stagnieren wird. Erst Anfang 2027 soll die Wirtschaft allmählich wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehren.

Als zentralen Grund für die leichte Abwärtskorrektur der 2027er-Prognose nannte das Institut die höheren Rohstoffpreise, die den privaten Konsum beeinträchtigen. Darüber hinaus prognostizierte die Zentralbank für das laufende Jahr einen sprunghaften Anstieg der Inflation im Vergleich zu ihrer vorherigen Schätzung – ein weiterer Belastungsfaktor für die Kaufkraft der Verbraucher.

Regierung bleibt optimistischer als die Zentralbank

Bemerkenswert ist die Diskrepanz zwischen den Einschätzungen der Zentralbank und jenen der italienischen Regierung. Diese hatte im April prognostiziert, dass das BIP sowohl 2026 als auch 2027 jeweils um 0,6% wachsen würde – und liegt damit deutlich über den Erwartungen der Bank von Italien für 2027.

Italien gilt als die drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, nach Deutschland und Frankreich. Die wirtschaftliche Entwicklung des Landes hat damit erhebliche Bedeutung für die gesamte Währungsunion. Schwächeres Wachstum in Italien kann die Gesamtdynamik des Euroraums spürbar beeinflussen und die Geldpolitik der EZB mitbestimmen.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung in Italien besonders relevant: Als wichtiger Handelspartner und Mitglied der Eurozone wirken sich wirtschaftliche Schwächephasen Italiens auch auf die deutsche Exportwirtschaft und die Stabilität des gemeinsamen Währungsraums aus.

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