Bank of America warnt: Ölpreis könnte auf 150 Dollar steigen
Bank of America warnt: Ölpreis könnte auf über 150 Dollar steigen

Die Bank of America warnt vor drastischen Ölpreissteigerungen. Sollten die Lagerbestände weiter schwinden und der Krieg im Iran andauern, könnten die Preise auf über 150 Dollar pro Barrel steigen. Das Institut hat seine Jahresendprognose für die Sorte Brent-Rohöl von ursprünglich 83 Dollar pro Barrel auf 95 Dollar pro Barrel angehoben.
Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die globalen Energiemärkte bereits unter erheblichem Druck stehen. Der Konflikt im Iran, der im März 2026 ausgebrochen ist, hat die Ölversorgung aus der Region massiv beeinträchtigt. Besonders die Straße von Hormus, durch die mehr als 20 Prozent der weltweiten Ölströme fließen, ist zum Nadelöhr geworden.
Die Details
Die Strategen der Bank of America unter der Leitung von Francisco Blanch, Leiter der globalen Rohstoff-, Aktienderivat- und cross-asset quantitativen Investmentstrategien, veröffentlichten ihre Analyse am Dienstag in einer Notiz. Sie heben die Prognose für Brent-Rohöl zum Jahresende von 83 Dollar auf 95 Dollar pro Barrel an. Das Szenario eines Preisanstiegs auf über 150 Dollar pro Barrel ist an die Bedingung geknüpft, dass die Vorräte weiter knapper werden und der Krieg im Iran andauert.
Die Experten räumen ein, dass alternative Routen und eskortierte Schiffsfrachten durch die Straße von Hormus einen Teil des Angebotsausfalls kompensiert haben. Dennoch sehen sie eine rasche Normalisierung als unwahrscheinlich an. „Zwar haben alternative Routen und eskortierte Schiffsfrachten durch die Straße von Hormus einen Teil des Angebotsausfalls kompensiert, doch beschädigte Infrastruktur und steigende geopolitische Spannungen machen eine rasche Normalisierung unwahrscheinlich“, schrieben die Strategen in der Notiz.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 13.03.2026 berichtete aktien.news, dass der Iran-Konflikt die Analysten dazu veranlasst hatte, ihre Ölpreisprognosen für 2026 deutlich zu revidieren. Führende Investmentbanken wie Goldman Sachs und die Bank of America hatten ihre durchschnittlichen Ölpreisprognosen für 2026 nach oben korrigiert – genau zwei Wochen nach Ausbruch des Konflikts. Brent-Futures und die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) kletterten damals auf den höchsten Stand seit Juni 2022.
Am 11.03.2026 berichtete aktien.news über die Prognose der US-Energiebehörde EIA. Diese erwartete, dass der Brent-Rohölpreis in den kommenden zwei Monaten über der Marke von 95 US-Dollar pro Barrel notieren würde. Grund dafür waren massive Lieferstörungen infolge des Iran-Krieges. Erst gegen Ende des Jahres sollte der Preis laut EIA wieder auf rund 70 Dollar sinken.
Am 24.07.2026 berichtete aktien.news über eine Warnung von JPMorgan. Das Institut hatte konkret beziffert, was jeder zusätzliche Monat der Störungen für den globalen Ölpreis bedeuten könnte. Ein Analystenteam unter der Leitung von Natasha Kaneva, Leiterin der globalen Rohstoffforschung bei JPMorgan, skizzierte detaillierte Szenarien. Demnach sollte der Preis für die Sorte Brent im Monatsdurchschnitt bei etwa 94 Dollar liegen, sofern der Konflikt auf einen Monat begrenzt bliebe.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Lage an den Energiemärkten von doppelter Bedeutung. Zum einen wirken sich steigende Ölpreise direkt auf die Heiz- und Treibstoffkosten aus. Zum anderen sind viele Unternehmen in den Bereichen Energie, Logistik und Chemie von den Rohstoffpreisen abhängig. Die Bank of America hat ihre Prognose für Brent-Rohöl zum Jahresende von 83 auf 95 Dollar pro Barrel angehoben. Das Szenario eines Anstiegs auf über 150 Dollar bleibt an die Bedingung geknüpft, dass die Vorräte weiter schwinden und der Krieg im Iran andauert.
Die EIA hatte in ihrem Bericht vom März 2026 einen Rückgang des Brent-Preises auf rund 70 Dollar bis Ende 2026 prognostiziert. Die aktuellen Entwicklungen deuten darauf hin, dass diese Erwartung möglicherweise zu optimistisch war. Anleger sollten die geopolitischen Risiken im Nahen Osten weiterhin genau im Auge behalten. Die Straße von Hormus bleibt der kritischste Punkt für die globale Ölversorgung.
Ausblick
Die weitere Entwicklung des Ölpreises hängt maßgeblich von der Dauer des Iran-Konflikts ab. Die Bank of America hat ihre Jahresendprognose für Brent-Rohöl auf 95 Dollar pro Barrel festgelegt. Sollten die Vorräte weiter knapper werden und der Krieg andauern, könnte der Preis auf über 150 Dollar pro Barrel steigen. JPMorgan hatte im Juli 2026 Szenarien skizziert, wonach ein auf einen Monat begrenzter Konflikt zu einem Brent-Preis von etwa 94 Dollar führen würde. Die EIA hatte ursprünglich einen Rückgang auf rund 70 Dollar bis Ende 2026 erwartet.
Kurz erklärt
- Brent-Rohöl: Eine der wichtigsten Rohölsorten der Welt, deren Preis als internationale Benchmark für die Ölmärkte dient.
- Straße von Hormus: Eine strategisch bedeutsame Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer, durch die ein erheblicher Teil der weltweiten Öltransporte abgewickelt wird.
- Barrel: Die internationale Standardmaßeinheit für Rohöl, die im globalen Handel zur Preisangabe verwendet wird.
