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Bahn stoppt Pläne zur digitalen Modernisierung

Sanierung soll Vorrang haben, Kritik von Verkehrspolitikern wächst.

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Bahn stoppt Pläne zur digitalen Modernisierung

Die Deutsche Bahn plant nach Recherchen des SWR, ihre Strategie zur Digitalisierung von Stellwerken und Schienen zu ändern. Anstelle der geplanten Einführung digitaler Stellwerkstechnik und digitaler Schieneninfrastruktur sollen alte und marode Anlagen nun durch herkömmliche elektronische Technik ersetzt werden. Insider, darunter die Verkehrsminister von Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein, haben die Existenz dieser Pläne bestätigt. Besonders betroffen ist der Ausbau des European Train Control Systems (ETCS), das bislang als wichtige Komponente für die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit des Bahnnetzes galt. Durch den Einsatz digitaler Stellwerke und ETCS hätte die Kapazität des Schienennetzes erheblich gesteigert werden können.

Diese geplanten Änderungen haben weitreichende Konsequenzen für Bahnstrecken in ganz Deutschland, die bisher nicht digitalisiert wurden. Beispielsweise wirft dies Fragen auf, ob Investitionen in Projekte wie die Stuttgart-Ulm-Neubaustrecke und den Bahnknoten Stuttgart wirklich notwendig waren. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bezeichnet die Pläne als alarmierend. Trotz dieser Kritik hält die Bahn an ihrer Digitalisierungsstrategie fest und verweist auf laufende Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium. Auch Vergabeverfahren zur Ausrüstung digitaler Stellwerke seien noch im Gange. Die Bahn erklärte weiter, dass die Kapazitäten durch den schrittweisen Ausbau des ETCS und der digitalen Stellwerke erhöht würden.

Dennoch kämpft die Bahn mit einem Sanierungsstau im gesamten Schienennetz. Interne Papiere legen nahe, dass die DB InfraGO, die für die Modernisierung der Bahn-Infrastruktur zuständig ist, befürchtet, dass der Ausbau der digitalen Technik zu teuer sei und zu viel Personal binde. Daher soll nun weniger Geld in die Digitalisierung fließen, um mehr Mittel für die Sanierung der Haupttrassen bereitstellen zu können. Diese Entscheidung sorgt für Unmut unter Verkehrspolitikern. Claus Ruhe Madsen, Verkehrsminister von Schleswig-Holstein, kritisiert die Pläne der Bahn als falsches Signal für die Zukunftsfähigkeit des deutschen Schienennetzes.

Kritiker befürchten, dass die Bahn durch den Verzicht auf die Digitalisierung weniger pünktlich und zuverlässig wird. Zudem könnte die Hoffnung schwinden, dass ein Drittel mehr Züge auf den bestehenden Strecken fahren können. Besonders der baden-württembergische Verkehrsminister Hermann äußerte Bedenken, dass die Milliarden-Investitionen für den Digitalen Knoten Stuttgart und die Umrüstung von Zügen in Baden-Württemberg vergeblich sein könnten.

Deutsche BahnTechnologieBahnDeutschlandInfrastruktur Schiene

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