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Bahn-Chefs und ihre umstrittenen Boni: Die Zukunft der Vergütung

Wie das neue Modell die Langzeitziele betont und Parallelen zu anderen Konzernen aufzeigt

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Bahn-Chefs und ihre umstrittenen Boni: Die Zukunft der Vergütung

Geheime Dokumente der Deutschen Bahn sind ans Licht gekommen und werfen ein beunruhigendes Licht auf die zukünftigen Boni-Pläne für die Bahn-Chefs. Diese enthüllen, dass selbst bei unpünktlichen Zügen und unzufriedenen Kunden die Gehälter der Top-Manager weiter steigen könnten. Das bisherige Bonussystem der Bahnvorstände sah hohe finanzielle Belohnungen vor, selbst wenn die internen Ziele bezüglich "Kundenzufriedenheit" und "Pünktlichkeit" nicht erreicht wurden. Diese Praxis wurde in der Vergangenheit stark kritisiert, und im September beschloss der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn ein neues Vergütungsmodell für die Vorstände, das im kommenden Jahr eingeführt werden soll.

Die internen Dokumente, die von NDR und WDR eingesehen wurden, zeigen jedoch, dass das neue Modell die Bedeutung von "Kundenzufriedenheit" und "Pünktlichkeit" in der Bezahlung der Konzernchefs weiter verringern wird. Gerade diese Bereiche sind jedoch für viele Bahnreisende entscheidend, um die Qualität der Bahn zu beurteilen. Das neue Vergütungsmodell sieht auch vor, dass die Vorstände zunächst Gehaltseinbußen hinnehmen müssen, zumindest für die Jahre 2025 bis 2027, wie aus einem Protokoll des Bahn-Aufsichtsrats hervorgeht.

Dieses Modell hat nicht nur Gewerkschaftsvertreter, sondern auch eine ehemalige Konzernführungskraft scharf kritisiert. Die Betonung liegt auf langfristigen Zielen, die "Kundenzufriedenheit" und "Pünktlichkeit" vernachlässigen. Die Pünktlichkeit gilt als entscheidender Faktor für die langfristige Steuerung eines Bahnunternehmens. Es scheint, als müssten die Bahnchefs vorerst Gehaltseinbußen in Kauf nehmen, obwohl zuvor positive Nachrichten über mehr Kontrolle und weniger Geld für die Bahnvorstände verbreitet wurden.

Die Maximalgehälter der Vorstände werden ebenfalls reduziert, wobei die Bonuszahlungen bei voller Zielerfüllung auf 150 Prozent begrenzt werden. Trotzdem wurde ein System entwickelt, mit dem die Gehälter der Bahnbosse in Zukunft wieder steigen könnten. Neue Vorstandsmitglieder sollen in der ersten Amtsperiode eine Gehaltserhöhung von 22 Prozent erhalten, und der Anteil des festen Grundgehalts an der Gesamtvergütung soll von 36 auf 50 Prozent steigen.

Besonders bedenklich ist, dass die Bahn plant, die Vergütung ihrer Vorstände an die Gehaltsentwicklung in anderen Konzernen anzulehnen. Dazu gehören Unternehmen wie Uniper, Volkswagen, Siemens, die Deutsche Post, die Telekom, Lufthansa und TUI. Die Vergütungshöhen der DB-Vorstände sollen mindestens alle drei Jahre überprüft und auf Grundlage eines Vergleichsgutachtens angepasst werden. Dabei könnten Faktoren wie die Entwicklung der Gehälter der Bahnmitarbeiter, die wirtschaftliche Leistung des Bahnkonzerns und die allgemeine Preissteigerung berücksichtigt werden. Es besteht die Möglichkeit, dass die Gehälter der Bahnchefs in Zukunft wieder steigen werden.

Das neue Boni-System könnte nicht nur auf den Vorstand der DB AG angewendet werden, sondern auch auf rund 70 Konzernführungskräfte, die den Bahn-Tochterunternehmen vorstehen, sowie auf 1.100 obere Führungskräfte und 2.400 leitende Führungskräfte der Bahn. Dies würde bedeuten, dass die Ziele "Pünktlichkeit" und "Kundenzufriedenheit" bei der Berechnung der Boni noch weniger ins Gewicht fallen würden. Es bleibt jedoch eine Regelung unverändert, die besagt, dass die Bahnchefs ihre Ansprüche auf Bonuszahlungen verlieren, wenn sie drei oder mehr Ziele verfehlen.

Die Malus-and-Clawback-Regelung, die zum Einsatz kommt, wenn ein Vorstand seine Pflichten verletzt hat, bleibt unverändert. Ein Vorstand hat jedoch sein Grundgehalt und seine Boni für langfristige Ziele anscheinend immer sicher, selbst wenn er gegen seine Pflichten verstößt. Die DB AG kann höchstens die Hälfte der Boni für kurzfristige Ziele zurückfordern.

Die Einführung des neuen Vergütungsmodells wurde in der Regierungspressekonferenz verteidigt, mit dem Ziel, das Gemeinwohl stärker in den Vordergrund zu rücken. Trotzdem stellen sich Fragen zur Ausrichtung der Vergütung und ob "Kundenzufriedenheit" und "Pünktlichkeit" angemessen berücksichtigt werden. Die Deutsche Bahn äußerte sich nicht zu den Angelegenheiten des Aufsichtsrats und verwies auf die Jahresberichte des Unternehmens. Es bleibt abzuwarten, wie die Öffentlichkeit auf diese neuen Enthüllungen reagieren wird und ob weitere Diskussionen und mögliche Anpassungen folgen werden.

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