Bafin Zerschlägt Illegalen Krypto-Automaten-Betrieb
Beschlagnahmte Automaten und Bargeld bei bundesweiter Razzia sichergestellt

Die Finanzaufsicht Bafin hat am Dienstag eine umfangreiche Razzia gegen Betreiber illegaler Kryptoautomaten durchgeführt. Bei der Aktion, die in mehreren deutschen Großstädten stattfand, beschlagnahmten die Beamten 13 Automaten und sicherten Bargeld in Höhe von etwa 250.000 Euro. Diese Automaten ermöglichten es Nutzern, Bitcoin und andere Kryptowährungen zu kaufen oder zu verkaufen. Laut Bafin wurden die Automaten ohne die erforderliche Genehmigung betrieben.
Insgesamt waren rund 60 Einsatzkräfte an der Aktion beteiligt, unterstützt von der Polizei, der Bundesbank und in enger Abstimmung mit dem Bundeskriminalamt (BKA). Die Bafin erklärte, dass das Wechseln von Euro in Kryptowährungen oder umgekehrt als gewerbsmäßiger Eigenhandel oder Bankgeschäft eingestuft werde, das eine Genehmigung der Finanzaufsicht erfordere. Fehle eine solche Erlaubnis, sei der Betrieb illegal.
Die Bafin warnt vor den Risiken des Handels mit Kryptowerten, die bis zum Totalverlust führen können. Zudem bestehen Bedenken, dass illegale Kryptoautomaten zur Geldwäsche verwendet werden könnten. Die Finanzaufsicht stellte fest, dass solche Automaten kriminelle Nutzer anziehen können. Neben der strafrechtlichen Verfolgung durch Polizei und Staatsanwaltschaft drohen den illegalen Betreibern auch Haftstrafen von bis zu fünf Jahren.
Ein weiteres Problem stellt die Einhaltung der „Know your customer“ (KYC)-Vorschriften dar. Diese Vorschriften verlangen von Finanzdienstleistern, einschließlich Krypto-Anbietern, dass sie die Identität ihrer Kunden überprüfen, wenn hohe Bargeldbeträge von mehr als 10.000 Euro gehandelt werden. Bei Nichteinhaltung dieser Vorschriften könnten die Automaten für Geldwäschezwecke missbraucht werden. Die Bafin betonte, dass Kryptoanbieter sicherstellen müssen, dass sie diese Sorgfaltspflichten erfüllen.
Die Bafin hat klargestellt, dass Kryptoautomaten nicht grundsätzlich illegal sind. Betreiber müssen jedoch eine Genehmigung der Finanzaufsicht einholen und Maßnahmen gegen Geldwäsche implementieren. Laut der Branchenplattform Coin-ATM Radar gibt es weltweit mehr als 38.000 Kryptoautomaten, davon rund 200 in Deutschland. Die Bafin hat bereits 2020 auf das Problem hingewiesen und angekündigt, verstärkt gegen unlizenzierte Automatenbetreiber vorzugehen.
Die Hauptaufgabe der Bafin besteht darin, ein stabiles und sicheres Finanzsystem zu gewährleisten. Neben der Überwachung von Banken und Versicherungen arbeitet die Behörde daran, unerlaubte Finanzgeschäfte zu identifizieren und zu unterbinden.
