Avis-Aktie erlebt schlimmsten Tag seit 28 Jahren nach epischer Rally
Nach einer Versiebenfachung innerhalb eines Monats trifft die Avis Budget Group ein massiver Ausverkauf – doch die Aktie liegt noch immer 242% im Plus.

Die Aktie der Avis Budget Group (Ticker: CAR) hat am Mittwoch ihren schlimmsten Handelstag seit 28 Jahren erlebt. Der lang erwartete Rücksetzer trat ein, nachdem das Papier zuvor eine der spektakulärsten Kursrallyes der jüngeren Börsengeschichte hingelegt hatte.
Bis Dienstag hatte sich die Aktie des Mietwagenunternehmens innerhalb nur eines Monats versiebenfacht. Auslöser war eine klassische Short-Squeeze-Dynamik: Anleger, die auf fallende Kurse gewettet hatten, mussten ihre Verlustpositionen in Panik schließen und trieben den Kurs dabei immer weiter nach oben – eine sich selbst verstärkende Eigendynamik.
Was ist ein Short Squeeze?
Beim sogenannten Short Squeeze geraten Leerverkäufer – also Investoren, die auf fallende Kurse setzen – unter Druck, wenn der Kurs einer Aktie unerwartet steigt. Um ihre Verluste zu begrenzen, müssen sie die Aktie zurückkaufen, was den Kurs weiter in die Höhe treibt und weitere Zwangskäufe auslöst. Dieses Phänomen war zuletzt bei der GameStop-Aktie im Jahr 2021 weltweit bekannt geworden.
Bemerkenswert ist, dass die Aktie während des starken Anstiegs der vergangenen Wochen keine sogenannten „echten Gap-ups" – also deutliche Kurslücken nach oben bei Handelseröffnung – verzeichnet hatte. Erst in den zwei Handelstagen unmittelbar vor dem Ausverkauf traten solche Gap-ups auf, was von Marktteilnehmern oft als Warnsignal für eine überhitzte Bewegung gewertet wird.
Rekordverdächtige Monatsperformance trotz Einbruch
Trotz des massiven Ausverkaufs am Mittwoch weist die Avis-Aktie im April immer noch ein Plus von 242% auf. Damit ist sie auf bestem Weg, den bisherigen Rekord für den stärksten monatlichen Kursgewinn des Unternehmens zu brechen. Dieser stammt aus dem April 2009 und lag bei 129,7% – also weniger als der Hälfte des aktuellen Zuwachses.
Der Rücksetzer zeigt einmal mehr, wie gefährlich parabolische Kursanstiege für Anleger sein können, die spät in eine solche Bewegung einsteigen. Wer die Aktie auf dem Höchststand gekauft hatte, musste am Mittwoch erhebliche Verluste hinnehmen. Gleichzeitig verdeutlicht die Situation, dass selbst nach einem drastischen Tageseinbruch die Gesamtperformance des Monats außergewöhnlich stark bleibt.
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung bei Avis Budget Group ein anschauliches Beispiel dafür, wie Short-Squeeze-Situationen an der Wall Street entstehen und verlaufen können. Solche Bewegungen sind in der Regel von extremer Volatilität geprägt und eignen sich kaum für langfristig orientierte Investoren. Das Risiko, zum falschen Zeitpunkt einzusteigen oder auszusteigen, ist bei derart überhitzten Aktien besonders hoch.
