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Atlassian-Aktie springt 33%: KI-Erfolg als Gamechanger für Softwaresektor

Starke Quartalszahlen und KI-Produkt Rovo zerstreuen Sorgen vor Disruption – Analysten sehen Wendepunkt für den gesamten Sektor.

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Atlassian-Aktie springt 33%: KI-Erfolg als Gamechanger für Softwaresektor

Atlassian (NASDAQ: TEAM) hat mit seinen Ergebnissen für das vierte Geschäftsquartal die Wall Street überrascht und eine Kursrally von 33% ausgelöst. Der Umsatz stieg um 28% auf 1,77 Milliarden US-Dollar – und übertraf damit den Analystenkonsens von 1,66 Milliarden Dollar um satte 6,4%. Damit lieferte das australisch-amerikanische Unternehmen einen der stärksten Quartalswerte seiner Geschichte.

Noch beeindruckender fiel der bereinigte Gewinn je Aktie aus: Mit 1,87 Dollar übertraf Atlassian den Konsens von 1,50 Dollar um 24,7%. Zugleich verzeichnete das Unternehmen erstmals seit über zwei Jahren wieder einen GAAP-Betriebsgewinn – mit einer Marge von 12%. Das sind Zahlen, die den Markt aufhorchen lassen.

Cloud-Wachstum und starke Zukunftssichtbarkeit

Das Cloud-Segment entwickelte sich besonders dynamisch: Der Cloud-Umsatz wuchs im Jahresvergleich um 31% auf 1,21 Milliarden Dollar und macht nun 68,7% des Gesamtumsatzes aus, nach 67,0% im Vorjahr. Noch wichtiger für Investoren: Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (Remaining Performance Obligations) stiegen um 44% auf 4,8 Milliarden Dollar – ein starkes Signal für künftige Umsatzsicherheit.

Das KI-Produkt Rovo erweist sich dabei als zentraler Wachstumstreiber. Mehr als 80% der Fortune-500-Unternehmen nutzen Rovo bereits. Die durch Rovo unterstützten Aktionen stiegen im Quartalsvergleich um 50%. Rovo-Nutzer erledigten zudem 20% mehr Jira-Aufgaben und erstellten 25% mehr Confluence-Seiten als Nicht-Nutzer – konkrete Belege für den Produktivitätsgewinn.

CEO Mike Cannon-Brookes brachte den strategischen Vorteil auf den Punkt: „In der KI-Ära ist der Kontext der entscheidende Vorteil." Cannon-Brookes untermauerte seine Überzeugung mit einer persönlichen Geste: Er verpflichtete sich zum Kauf von Atlassian-Aktien im Wert von bis zu 250 Millionen US-Dollar.

Analysten sehen Wendepunkt für den gesamten Softwaresektor

Die Reaktion der Analysten fiel eindeutig aus. Die Bank of America stufte TEAM von „Neutral" auf „Buy" hoch und erhöhte das Kursziel von 105 auf 175 Dollar – ein Anstieg um 67%. Die Bank bezeichnete Atlassian als „KI-Profiteur statt KI-Opfer" und hob den sogenannten „Teamwork Graph" als schwer kopierbares KI-Asset hervor.

Jordan Klein, TMT-Spezialist bei Mizuho, bezeichnete TEAM als „GAME CHANGER"-Aktie des Tages. „Das Umsatzwachstum von 28% hat die Erwartungen der Wall Street von 20% pulverisiert, das Kernwachstum im Cloud-Bereich hat sich beschleunigt", schrieb er. Klein verwies zudem auf die aus seiner Sicht attraktive Bewertung: 5x EV/Umsatz und 16x EV/FCF – selbst nach dem Kurssprung von 33%.

Die Ergebnisse haben Signalwirkung weit über Atlassian hinaus. Aktien von Unternehmenssoftware-Anbietern gehörten in diesem Jahr zu den am stärksten belasteten Werten, da Anleger befürchteten, KI könnte traditionelle Collaboration- und Produktivitätstools verdrängen. Direkte Wettbewerber wie Datadog (NASDAQ: DDOG) und Snowflake (NASDAQ: SNOW) werden von Analysten nun ebenfalls als Kandidaten für eine Neubewertung (Re-Rating) genannt.

Breiteres Narrativ: KI als Chance, nicht als Bedrohung

Das Atlassian-Ergebnis reiht sich in eine wachsende Zahl von Datenpunkten ein, die das Narrativ „KI gegen Software" in Frage stellen. Shopify stieg am 5. August um rund 17%, nachdem eigene Quartalszahlen zeigten, dass KI das Geschäft eher ankurbelt als kannibalisiert. Zuvor hatten Ergebnisse von ServiceNow und IBM die Sorgen vor Disruption erneut angefacht und Software-Bewertungen im gesamten Sektor belastet.

HSBC hatte in einer Studie mit dem Titel „Software Will Eat AI" argumentiert, dass Unternehmen für Unternehmenssoftware „nicht durch KI bedroht werden" und dass historisch niedrige Bewertungen eine Kaufgelegenheit darstellten. Die Atlassian-Zahlen scheinen diese These nun zu bestätigen.

Zum Hintergrund: TEAM hatte bis zum vorbörslichen Handel am Freitag im bisherigen Jahresverlauf rund 32% an Wert verloren. Bei einem vorbörslichen Kurs von etwa 144,61 Dollar würde die Aktie ein Siebenmonatshoch anvisieren. Am 6. August hatte das Papier noch bei 110,17 Dollar geschlossen, bevor es im nachbörslichen Handel kräftig zulegte.

Prognose für 2027 bleibt ein Unsicherheitsfaktor

Trotz der Euphorie gibt es einen Wermutstropfen: Das Management prognostizierte für das Geschäftsjahr 2027 lediglich ein Gesamtumsatzwachstum von 13% – verglichen mit den gerade gemeldeten 28%. Für das Segment Data Center wird sogar ein Rückgang von 17% erwartet, da Kunden weiterhin in die Cloud migrieren. Diese Verlangsamung bleibt eine offene Frage für Investoren, auch wenn der Markt die positiven Signale des aktuellen Quartals klar in den Vordergrund stellt.

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