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Atlanta Fed: Präsidentensuche nach Warsh-Ernennung neu gestartet

Der Suchprozess für den nächsten Präsidenten der Atlanta Fed wurde nach Kevin Warshs Ernennung zum Fed-Vorsitzenden neu aufgesetzt.

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Atlanta Fed: Präsidentensuche nach Warsh-Ernennung neu gestartet

Die Suche nach einem neuen Präsidenten für die Federal Reserve Bank of Atlanta ist neu gestartet worden. Auslöser ist die Ernennung von Kevin Warsh zum neuen Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve. Dies berichtete der US-Sender CNBC am Dienstag unter Berufung auf zwei namentlich nicht genannte, mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Wie mit der Suche vertraute Quellen gegenüber Reuters erklärten, stand das Verfahren im Frühjahr kurz vor dem Abschluss. Dennoch wurde entschieden, die Einstellung zu verschieben – und zwar so lange, bis der neue Vorsitzende Kevin Warsh vereidigt war, damit dieser die vorgeschlagenen Kandidaten selbst prüfen konnte. Das Ausmaß etwaiger Änderungen am Verfahren oder an den in Betracht gezogenen Kandidaten ist derzeit unklar.

Verwaltungsratsvorsitzender betont Integrität des Verfahrens

Die Atlanta Fed äußerte sich nicht direkt zu den Berichten, leitete jedoch eine Erklärung ihres Verwaltungsratsvorsitzenden Gregory Haile weiter. „Unser Ausschuss führt eine gründliche und umsichtige Suche nach dem nächsten Präsidenten der Federal Reserve Bank of Atlanta durch. Unser Fokus liegt weiterhin darauf, den besten Kandidaten für den sechsten Bezirk auszuwählen und gleichzeitig die Integrität des Verfahrens zu wahren", sagte Haile. Er fügte hinzu, dass relevante Aktualisierungen zu gegebener Zeit bekanntgegeben würden. Der Gouverneursrat der Federal Reserve in Washington gab keinen Kommentar ab.

Hintergrund der Suche ist der Ruhestand des ehemaligen Atlanta-Fed-Präsidenten Raphael Bostic, der am 28. Februar aus dem Amt schied. Obwohl die Präsidenten der regionalen Fed-Banken von den jeweiligen lokalen Verwaltungsräten gewählt werden, müssen sie vom Gouverneursrat in Washington bestätigt werden – ein Mechanismus, der die Verbindung zwischen regionaler Unabhängigkeit und zentraler Aufsicht sicherstellt.

Politischer Druck auf die Fed-Unabhängigkeit wächst

Die Nachbesetzung des Postens hat eine überproportionale Bedeutung erlangt, die weit über eine normale Personalentscheidung hinausgeht. Grund dafür ist das Bestreben der Trump-Administration, Einfluss auf die Fed und die Geldpolitik zu gewinnen. Konkret äußerte sich dies unter anderem im Versuch, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen, sowie durch Druck mittels einer inzwischen eingestellten strafrechtlichen Untersuchung gegen den ehemaligen Vorsitzenden Jerome Powell, der weiterhin dem Fed-Board angehört.

Die zwölf regionalen Bankpräsidenten der Fed nehmen eine zentrale Rolle im US-Notenbankensystem ein. Sie stimmen im Rotationsverfahren über die Zinspolitik ab und leiten umfangreiche Mitarbeiterstäbe, die neben operativen Aufgaben weitreichende Forschungsarbeiten zu einer Vielzahl wirtschaftlicher Themen durchführen. Da sie außerhalb der direkten Ernennungen durch den Präsidenten und der Bestätigung durch den Senat eingestellt werden, gelten sie als wichtige Säule der politischen Unabhängigkeit der Fed.

Regionale Fed-Präsidenten als Kontrollinstanz

Das System der regionalen Notenbankpräsidenten wurde bewusst als Kontrollinstanz gegenüber zentralisierter Macht konzipiert. Ein konzertierter Vorstoß des Weißen Hauses oder des Finanzministeriums, die Besetzung dieser regionalen Posten zu beeinflussen, würde ein System verändern, das bisher weitgehend außerhalb der politischen Kämpfe in Washington geblieben ist.

Finanzminister Scott Bessent hatte bereits im vergangenen Jahr Interesse an der Art und Weise bekundet, wie die Regionalpräsidenten ernannt werden. Er schlug dabei vor, sie einer Residenzpflicht zu unterwerfen – ein Vorstoß, der als möglicher erster Schritt zur stärkeren politischen Einflussnahme auf das regionale Fed-System gewertet werden kann. Für deutsche Anleger und Beobachter ist die Entwicklung bedeutsam, da die Unabhängigkeit der US-Notenbank als wichtiger Stabilitätsanker für die globalen Finanzmärkte gilt.

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