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Associated British Foods: Schwaches Q3 belastet Aktie deutlich

Stagnation beim Umsatz, Verluste im Zuckergeschäft und ein schwieriges Einzelhandelsumfeld trüben das Quartalsbild von ABF.

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Associated British Foods: Schwaches Q3 belastet Aktie deutlich

Associated British Foods (ABF) hat im dritten Quartal einen Umsatz von 5,3 Milliarden Pfund erzielt. Bereinigt um Wechselkurseffekte blieb der Konzernumsatz nahezu unverändert. Leichtes Wachstum im niedrigen einstelligen Bereich in den Sparten Einzelhandel, Lebensmittel und Zutaten wurde durch stärkere Rückgänge in den kleineren Geschäftsbereichen Zucker und Landwirtschaft ausgeglichen. Die Aktie reagierte mit einem Kursverlust von 2,5 Prozent im frühen Handel.

Das Modeunternehmen Primark, die bekannteste Marke im ABF-Portfolio, steigerte seinen Umsatz um 3,0 Prozent auf 2,9 Milliarden Pfund. Dieses Wachstum ist jedoch ausschließlich auf Neueröffnungen zurückzuführen. Auf vergleichbarer Fläche – dem sogenannten Like-for-like-Umsatz, der den organischen Wachstumstrend ohne neue Standorte misst – sank der Umsatz um 2,2 Prozent. Analysten hatten hier einen Rückgang von 3,7 Prozent erwartet, sodass Primark die Erwartungen in diesem Punkt übertraf.

Als Ursache für die schwache Flächenproduktivität nennt ABF ein schwieriges Einzelhandelsumfeld in den meisten Märkten, insbesondere in Europa. Primark betreibt den Großteil seiner Filialen auf dem europäischen Kontinent und in Großbritannien und ist damit besonders anfällig für die gedämpfte Konsumstimmung in der Region.

Zuckergeschäft unter Druck

Besonders belastend entwickelt sich das Zuckergeschäft. ABF erwartet für diesen Bereich nun einen bereinigten Betriebsverlust zwischen 25 und 60 Millionen Pfund. Als Gründe nennt das Unternehmen ein anhaltendes Überangebot auf dem europäischen Zuckermarkt sowie höhere Gaspreise infolge des Nahostkonflikts. Dieser Verlust stellt eine erhebliche Verschlechterung gegenüber früheren Erwartungen dar und belastet die Gesamtprognose des Konzerns spürbar.

Für das Gesamtjahr bestätigte ABF die bereits zuvor gesenkte Prognose. Das Unternehmen erwartet, dass das bereinigte Betriebsergebnis unter dem Vorjahreswert von 1,7 Milliarden Pfund liegen wird. Der Analystenkonsens liegt derzeit bei 1,5 Milliarden Pfund. Damit zeichnet sich für ABF ein deutlicher Ergebnisrückgang im laufenden Geschäftsjahr ab.

Bewertung und Kennzahlen im Überblick

Trotz der schwachen operativen Entwicklung erscheint die Bewertung der ABF-Aktie aus historischer Perspektive moderat. Das erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis für die nächsten zwölf Monate liegt bei 12,1 – deutlich unter dem zehnjährigen Durchschnitt von 15,6. Die voraussichtliche Dividendenrendite beträgt 3,1 Prozent, was ebenfalls über dem zehnjährigen Durchschnitt von 2,4 Prozent liegt. Diese Kennzahlen stammen von LSEG Datastream und basieren auf den Schlusskursen des Vortages.

Für deutsche Anleger ist ABF vor allem durch die Primark-Filialen bekannt, die in vielen deutschen Innenstädten vertreten sind. Der Konzern ist jedoch ein breit aufgestellter Lebensmittel- und Einzelhandelskonzern mit Aktivitäten in den Bereichen Zucker, Landwirtschaft, Lebensmittelzutaten und Backwaren. Die aktuelle Schwäche im Zuckergeschäft und die verhaltene Konsumstimmung in Europa stellen die wesentlichen Herausforderungen für das laufende Geschäftsjahr dar.

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