Asiens Börsen im Fokus: Japanische Märkte stark
Unveränderte Leitzinsen in Japan und China sorgen für unterschiedliche Reaktionen an den Märkten

Die Börsen in Asien reagierten unterschiedlich auf die Entscheidungen der Zentralbanken in China und Japan, die ihre Leitzinsen unverändert ließen. In Japan setzte der Nikkei-Index seinen positiven Trend fort und schloss den Handel am Freitag mit einem Plus von 1,5 Prozent bei 37.732 Punkten. Dies führte zu einem wöchentlichen Anstieg von rund drei Prozent. Auch der breiter gefasste Topix-Index legte um ein Prozent auf 2642 Zähler zu. Die positive Stimmung an den japanischen Börsen wurde durch die Aussagen der Bank of Japan (BoJ) zur wirtschaftlichen Lage des Landes gestützt. Die Zentralbank sprach von einem moderaten Aufwärtstrend im privaten Konsum, während sie zuvor nur von Widerstandsfähigkeit gesprochen hatte.
Die BoJ hielt bei ihrer Sitzung den kurzfristigen Leitzins unverändert bei 0,25 Prozent, wie von Experten erwartet. Der ehemalige BoJ-Beamte Nobuyasu Atago erklärte, dass die Zentralbank nach der Zinserhöhung im Juli zunächst die Marktentwicklungen beobachten wolle. Eine weitere Erhöhung der Zinssätze werde voraussichtlich im Dezember erfolgen, um dann die Auswirkungen der US-amerikanischen Zinspolitik und anderer politischer Entwicklungen, wie das Rennen um die Führung der japanischen Regierungspartei und die US-Präsidentschaftswahlen, abzuwägen.
In China hingegen entwickelten sich die Börsen negativ. Sowohl der Shanghai-Index als auch der CSI-Index, der die wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen umfasst, verloren jeweils rund 0,5 Prozent. Die Entscheidung der chinesischen Zentralbank, die Leitzinsen unverändert zu lassen, enttäuschte die Erwartungen der Anleger, die nach der Zinssenkung im Juli mit einer weiteren Reduktion gerechnet hatten, um die schwächelnde Wirtschaft zu stützen. Der Schlüsselsatz für einjährige Kredite (Loan Prime Rate) blieb bei 3,35 Prozent, während der fünfjährige LPR weiterhin bei 3,85 Prozent verharrte.
Trotz dieser Entwicklungen deuteten Ökonomen darauf hin, dass die Bank of Japan im Dezember möglicherweise ihre Zinspolitik erneut anpassen könnte, insbesondere wenn die Inflation weiter steigt. Im August erreichte die Kerninflation Japans 2,8 Prozent, der vierte Anstieg in Folge. Diese Entwicklungen könnten zu einer weiteren Stärkung des Yen führen, der bereits am Freitag während der Pressekonferenz von BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda um 0,4 Prozent auf 143,23 zum US-Dollar anstieg.
