Asien-Börsen im Feiertagsmodus: USA-Iran-Konflikt hält Märkte in Atem
Während Teile Asiens wegen Neujahrsfesten geschlossen bleiben, wächst die Nervosität wegen möglicher Eskalation im Nahen Osten.

Die asiatischen Aktienmärkte zeigten sich am Donnerstag weitgehend ruhig, da große Teile der Region aufgrund des Neujahrsfestes nach dem Mondkalender geschlossen blieben. Dennoch bleibt die Stimmung unter Anlegern angespannt – die Spannungen zwischen den USA und dem Iran sorgen für wachsende Unsicherheit an den globalen Finanzmärkten.
Die beiden Nationen streiten seit langem über das iranische Atomprogramm. Während Washington dem Iran militärische Ambitionen vorwirft, betont Teheran den friedlichen Charakter seiner Nuklearaktivitäten. Bei Gesprächen in Genf konnten diese Woche zwar Fortschritte erzielt werden, doch bestehen weiterhin erhebliche Differenzen, wie das Weiße Haus mitteilte. Der Iran will nun einen eigenen Lösungsvorschlag vorlegen.
Besonders die verstärkten US-Militäraktivitäten in der ölproduzierenden Region machen Marktteilnehmer nervös. Michael Every, Senior Global Strategist bei der Rabobank, warnt vor einem möglichen US-Angriff nach Börsenschluss am Freitag. "Jede Attacke würde wahrscheinlich eher Wochen dauern, als bis zur Marktöffnung am Montag beendet zu sein", so der Experte.
Ölpreise steigen weiter
Die Sorgen über mögliche Versorgungsunterbrechungen treiben die Ölpreise nach oben. Brent-Rohöl kletterte am Donnerstag um 0,36 Prozent auf 70,60 Dollar je Barrel, während US-Rohöl um 0,43 Prozent auf 65,47 Dollar zulegte. Die strategisch wichtige Region am Persischen Golf ist für die globale Ölversorgung von entscheidender Bedeutung.
Positive Impulse kommen hingegen aus dem Technologiesektor. Die Ankündigung einer mehrjährigen Vereinbarung zwischen Nvidia und Meta Platforms über den Verkauf von Millionen KI-Chips sorgte für Auftrieb bei Tech-Werten. Analysten sprechen von einer "dringend benötigten Atempause" für den Sektor, der im Januar unter Bewertungssorgen und Zweifeln an der Profitabilität von KI-Investitionen gelitten hatte.
Fed-Protokoll zeigt gespaltene Notenbank
Am Devisenmarkt zeigte sich der US-Dollar fest. Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung machte deutlich, dass die US-Notenbank keine Eile bei Zinssenkungen sieht. Mehrere Mitglieder zeigten sich sogar offen für Zinserhöhungen, sollte sich die Inflation als hartnäckig erweisen.
Das Protokoll offenbarte zudem Spaltungen innerhalb der Notenbank bezüglich der wirtschaftlichen Auswirkungen künstlicher Intelligenz. Während einige Fed-Vertreter einen Produktivitätsboom erwarten, der inflationsdämpfend wirken könnte, warnen andere vor finanziellen Risiken durch massive KI-Investitionen. Diese Unsicherheit dürfte die Geldpolitik in den kommenden Monaten prägen.
