Asiatische Börsen unter Druck durch US-Politiksorgen
Strafzollängste und enttäuschendes Konjunkturpaket belasten besonders Technologiewerte

Die Aktienmärkte in Asien standen erneut unter Druck, belastet durch die zunehmende Furcht vor möglichen US-Strafzöllen gegenüber China. Diese Sorge wurde nach dem Sieg von Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl und den damit verbundenen Spekulationen über eine härtere US-China-Politik verstärkt. Am stärksten betroffen war der Hongkonger Leitindex Hang Seng, der einen Rückgang von drei Prozent verzeichnete. Auch die chinesische Börse in Shanghai sowie der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gaben jeweils über ein Prozent nach.
Analysten und Marktbeobachter verweisen auf die Möglichkeit, dass die neue US-Regierung unter Trump eine härtere Außenpolitik gegenüber China verfolgen könnte. Die Spekulationen wurden zusätzlich durch Berichte befeuert, die darauf hinweisen, dass Trump den US-Senator Marco Rubio, bekannt für seine harte Haltung gegenüber China, als neuen Außenminister in Erwägung zieht. Steven Leung, ein Experte beim Broker UOB Kay Hian in Hongkong, äußerte Bedenken, dass das Trump-Kabinett möglicherweise schnell Maßnahmen gegen China ergreifen könnte, was die Unsicherheit an den Märkten weiter schürte.
Ein weiteres belastendes Element war das jüngste Konjunkturpaket Chinas, das hinter den Erwartungen der Marktteilnehmer zurückblieb. Die Maßnahmen Chinas zur wirtschaftlichen Stimulierung scheinen die Investoren nicht überzeugt zu haben. Vor allem Technologiewerte standen unter Abgabedruck, nachdem die USA das taiwanische Unternehmen TSMC daran gehindert hatten, hochentwickelte Chips an chinesische Kunden zu liefern. Dieser Schritt führte dazu, dass Aktien wie die des japanischen Chip-Testgeräte-Herstellers Advantest sowie der Unternehmen Tokyo Electron und Lasertec vermehrt verkauft wurden. In Tokio fiel der Nikkei-Index um 0,4 Prozent auf 39.376 Punkte.
Auf der positiven Seite verzeichneten einige japanische Unternehmen steigende Gewinne, was zusammen mit einem schwächeren Yen für leichte Unterstützung sorgte. Besonders exportorientierte Unternehmen und Automobilhersteller profitierten von der Yen-Abwertung. Maki Sawada, Stratege beim Broker Nomura Securities, bezeichnete die Abwertung des Yen als potenziellen Rückenwind für die zukünftige Entwicklung dieser Unternehmen. Börsianer hoffen, dass die schwächere Währung den Exportsektor in Japan in den kommenden Monaten stärken könnte, wodurch sich die negativen Einflüsse auf die asiatischen Märkte zumindest teilweise abfedern lassen würden.
