Asiatische Börsen steigen vor Fed-Entscheid
Yen-Schwäche und Technologieaktien treiben Märkte nach oben

Die asiatischen Börsen haben am Mittwoch positive Impulse erhalten, unterstützt durch den schwächeren Yen und den florierenden Chip-Sektor. Der japanische Nikkei-Index, der 225 Unternehmen umfasst, sowie der breiter gefasste Topix konnten nach jüngsten Verlusten jeweils um etwa ein halbes Prozent zulegen. Am Ende des Handelstages schloss der Nikkei bei 36.377 Punkten, der Topix bei 2563 Punkten. Auch die Börsen in China verzeichneten Gewinne. Sowohl die Börse in Shanghai als auch der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen stiegen um denselben Prozentsatz.
Im Vorfeld der anstehenden Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) blieb das Handelsvolumen jedoch verhalten. Investoren spekulieren darauf, dass die Fed unter der Leitung von Jerome Powell die Zinsen senken wird, wobei noch unklar ist, ob dies in einem moderaten Schritt von einem Viertelprozentpunkt oder in einem aggressiveren Schritt von einem halben Prozentpunkt geschehen wird. Diese Unsicherheit hat die Anleger abwartend agieren lassen, obwohl die Aussicht auf eine Lockerung der Geldpolitik bereits die Kurse von Technologieunternehmen beflügelt hat. Besonders Aktien des japanischen Unternehmens Advantest, das Chip-Testgeräte herstellt, legten um etwa zwei Prozent zu. Niedrigere Zinsen senken die Finanzierungskosten und unterstützen somit das Wachstum in der Technologiebranche.
Der japanische Yen verlor gegenüber dem US-Dollar etwa ein halbes Prozent und stand bei 141,70 Yen pro Dollar. Dieser Rückgang wirkte sich positiv auf die Aktien der japanischen Automobilhersteller aus. Unternehmen wie Toyota, Mazda und Honda verzeichneten Kursgewinne zwischen 2,5 und 3,3 Prozent. Ein schwächerer Yen erhöht den Wert der im Ausland erzielten Gewinne, wenn diese nach Japan zurückgeführt werden, was insbesondere für exportorientierte Unternehmen wie die Automobilhersteller von Vorteil ist. Laut Kazuo Kamitani, einem Strategen beim Finanzdienstleister Nomura, könnte der Yen weiter abwerten, wenn die Fed die Zinsen lediglich um 25 Basispunkte senkt, was den Dollar stärken würde.
Am Rohstoffmarkt gaben die Ölpreise leicht nach. Das Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 73,32 Dollar pro Barrel, während US-Rohöl der Sorte WTI um denselben Prozentsatz auf 70,83 Dollar fiel. Analysten sehen den Rückgang der Preise als Ergebnis der Beruhigung an den Märkten nach anfänglichen Sorgen über mögliche Hurrikanschäden und Spannungen im Nahen Osten. Experten wie Mitsuru Muraishi von Fujitomi Securities betonten, dass die Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die bevorstehende Zinssenkung der Fed richten, die die Nachfrage nach Treibstoff in den USA ankurbeln und den Dollar schwächen könnte.
