Asiatische Börsen starten uneinheitlich in den Handel
Politische Unsicherheit in Japan und steigende Ölpreise prägen die Märkte

Die asiatischen Börsen eröffneten am Freitag uneinheitlich. In Japan gab der Nikkei-Index um 1,0 Prozent nach und fiel auf 37.772 Punkte. Der breiter gefasste Topix verzeichnete ebenfalls einen Rückgang um 1,0 Prozent und notierte bei 2.610 Zählern. Die Unsicherheit der Anleger wurde vor allem durch die bevorstehenden Unterhauswahlen am Wochenende ausgelöst, bei denen die Regierungskoalition ihre Mehrheit verlieren könnte. Die Möglichkeit einer politischen Instabilität führte zu einer verhaltenen Stimmung auf dem japanischen Markt.
Besonders betroffen waren die Aktien des Klimaanlagenherstellers Fujitsu General, die um mehr als 11 Prozent fielen und ein zweimonatiges Tief erreichten. Am Donnerstag hatte das Unternehmen seine Prognose für den Jahresgewinn revidiert und statt eines erwarteten Nettogewinns von sechs Milliarden Yen nun einen Verlust von sieben Milliarden Yen angekündigt. Diese überraschende Anpassung belastete die Stimmung zusätzlich.
Auch die jüngsten Daten zur Inflation trugen zur Unsicherheit bei. In Tokio sank die Kerninflation im Oktober erstmals seit fünf Monaten unter das Zwei-Prozent-Ziel der Zentralbank. Dies könnte die Bestrebungen der Bank of Japan, die Zinssätze weiter anzuheben, erschweren. Die gesunkene Inflation wurde von den Marktteilnehmern aufmerksam verfolgt, da sie als Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung und die zukünftige Geldpolitik des Landes gilt.
Anders sah es in China aus, wo die Börsen am Morgen leicht zulegten. Der Shanghai-Index stieg um 0,2 Prozent auf 3.286 Punkte, während der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen ebenfalls um 0,2 Prozent auf 3.937 Zähler anstieg. Die Anleger in China blickten optimistisch auf mögliche fiskalische Maßnahmen der Regierung und warteten auf Einzelheiten zu den angekündigten Konjunkturpaketen. Zusätzlich richteten sich die Blicke der Investoren auf die bevorstehenden US-Wahlen im nächsten Monat, deren Ausgang als potenzieller Einflussfaktor auf die Märkte angesehen wird.
Am Rohstoffmarkt stiegen die Ölpreise. Brent-Rohöl verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 74,65 Dollar je Barrel, während WTI-Öl ebenfalls um 0,4 Prozent auf 70,44 Dollar zulegte. Händler beobachteten die Situation im Nahen Osten, insbesondere die bevorstehenden Waffenstillstandsgespräche im Gazastreifen und die Spannungen in der Region, die nach wie vor als wichtige Faktoren für die Preisentwicklung am Ölmarkt gelten.
Im asiatischen Devisenhandel zeigte der Dollar eine leichte Aufwärtsbewegung. Gegenüber dem Yen stieg er auf 151,77, während er im Vergleich zum Yuan auf 7,13 zulegte. Der Handel am Devisenmarkt war von der allgemeinen Unsicherheit und den Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung in den wichtigsten asiatischen Märkten geprägt.
