Asiatische Aktienmärkte unter Druck
US-Wirtschaftsdaten und schwache Erholung in China verunsichern Investoren

Die asiatischen Aktienmärkte starteten in die Woche mit deutlichen Verlusten, nachdem sowohl wirtschaftliche Daten aus den USA als auch aus China und Japan die Anleger verunsicherten. In China verschärfte sich die Deflation bei den Erzeugerpreisen, was die Bedenken über eine schwächelnde Konjunktur weiter anheizte. Gleichzeitig stiegen die Verbraucherpreise im August aufgrund höherer Lebensmittelkosten, blieben jedoch hinter den Markterwartungen zurück. Diese Entwicklung verstärkt die Zweifel der Investoren an einer nachhaltigen wirtschaftlichen Erholung in China. Marktanalyst Yeap Jun Rong von IG betonte, dass der Mangel an Vertrauen in die chinesische Wirtschaft viele Anleger weiterhin von Investitionen abhält.
Die Unsicherheit wurde zudem durch jüngste US-Arbeitsmarktdaten verstärkt. Obwohl der Bericht keine unmittelbare Verschlechterung der US-Wirtschaft zeigte, sorgten die Ergebnisse für Unsicherheit über die künftigen Entwicklungen. Maki Sawada von Nomura Securities wies darauf hin, dass der Bericht tiefe Unsicherheit bei den Händlern hinterlassen habe. In Tokio reagierte der Nikkei-Index mit deutlichen Kursverlusten und gab zeitweise bis zu drei Prozent nach, bevor er den Handelstag mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 36.166 Punkten abschloss. Besonders Technologiewerte waren von den Verlusten betroffen. Der Chiptest-Ausrüster Lasertec verlor rund fünf Prozent, während der Chiphersteller Renesas Electronics etwa drei Prozent einbüßte.
Auch die chinesischen Aktienmärkte standen unter Druck und erreichten den tiefsten Stand seit sieben Monaten. Sowohl die Börse in Shanghai als auch der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen gaben jeweils mehr als ein Prozent nach. In Hongkong fiel der Hang Seng Index um etwa zwei Prozent. Die schleppende Erholung der chinesischen Wirtschaft und das Ausbleiben weiterer Konjunkturmaßnahmen verstärken die Sorge um eine anhaltende Schwächephase in der Region.
In Japan sorgten revidierte BIP-Daten für zusätzliche Unsicherheit. Das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal wurde von der Regierung leicht nach unten korrigiert. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt verzeichnete im Zeitraum von April bis Juni ein annualisiertes Wachstum von 2,9 Prozent, was unter der ursprünglichen Schätzung von 3,1 Prozent und den Prognosen der Ökonomen von 3,2 Prozent liegt.
Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar leicht an Wert. Gegenüber dem japanischen Yen stieg er um 0,3 Prozent auf 142,76 Yen. Der Marktanalyst Sawada merkte an, dass sich der Nikkei stabilisieren könnte, solange der Yen nicht über die Marke von 142 steigt. Auch gegenüber dem chinesischen Yuan und dem Schweizer Franken legte der Dollar leicht zu. Der Euro blieb dagegen nahezu unverändert bei 1,1081 Dollar.
