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Arm-Mitgründer Hauser warnt: KI-Revolution birgt echtes Blasenrisiko

Hermann Hauser sieht im KI-Boom die größte Wertschöpfung aller Technologiewellen – warnt aber vor überschossenen Bewertungen und Europas Abhängigkeit.

• 3 Min
Arm-Mitgründer Hauser warnt: KI-Revolution birgt echtes Blasenrisiko

Hermann Hauser, Mitbegründer des Chip-Giganten Arm und einer der erfahrensten Technologieinvestoren Europas, schlägt Alarm. Im CNBC-Podcast „The Tech Download" bezeichnete er den aktuellen KI-Boom als potenziell wertschöpfendste Technologierevolution der Geschichte – warnte aber gleichzeitig vor erheblichen Risiken. Die Botschaft des Investors ist so eindeutig wie widersprüchlich: Ja zur Revolution, aber Vorsicht vor der Achterbahnfahrt.

Hauser ist keine gewöhnliche Stimme in der Tech-Debatte. 1978 gründete er Acorn Computers mit, half anschließend bei der Gründung von Arm – heute eines der weltweit bedeutendsten Chipunternehmen – und investiert über seinen Fonds Amadeus Capital in führende Deep-Tech-Startups Europas. Kaum jemand hat mehr Technologiewellen der letzten vier Jahrzehnte aus nächster Nähe erlebt.

KI schafft mehr Wert als jede Revolution zuvor – aber nicht ohne Turbulenzen

„Dies ist eine Revolution, die wahrscheinlich mehr Wert schaffen wird als jede andere Technologierevolution, die wir je gesehen haben", sagte Hauser. Doch er fügte unmittelbar hinzu, es werde eine „Achterbahnfahrt" sein. Einige Bewertungen seien „eindeutig über das Ziel hinausgeschossen", und er verwies auf Risiken im Zusammenhang mit kürzlich angekündigten zirkulären Finanzierungsgeschäften in der Branche.

Dennoch glaubt Hauser nicht an einen totalen Kollaps der führenden KI-Unternehmen. Großen Akteuren wie OpenAI und Anthropic, die durch erhebliche Kapitalreserven abgesichert sind, traue er zu, auch eine Marktkorrektur zu überstehen. Die Frage sei nicht, ob diese Unternehmen verschwinden, sondern wie stark die Erwartungen neu bewertet werden müssen.

Als Mitgründer von Arm besitzt Hauser besondere Autorität, wenn es um Halbleiter geht. Chipunternehmen zählten in den vergangenen Jahren zu den größten Gewinnern an den Aktienmärkten, da Investoren massiv in die Infrastruktur des KI-Booms – die sogenannten „Schaufeln und Pickel" – investierten. Doch Hauser sieht einen Wandel: Der Betrieb von KI ist teuer, Chips sind schwer zu kühlen, Speicher ist kostspielig, und Engpässe ziehen sich durch die gesamte Branche.

Neue Computerarchitektur als nächste große Welle

Diese Herausforderungen zwingen laut Hauser zu einem grundlegenden Überdenken der Computerarchitektur. Er hob dabei aufstrebende Technologien wie In-Memory-Computing und photonisches Computing hervor. Beide Ansätze zielen darauf ab, den Energieverbrauch beim Datentransfer zwischen Prozessoren und Speicher drastisch zu senken. „Ich hätte nie gedacht, dass wir infolge von KI eine so grundlegende Änderung der Computerarchitektur erleben würden", sagte Hauser. Diese Veränderungen könnten sich als ebenso bedeutend erweisen wie die architektonischen Durchbrüche, die Arm einst halfen, etablierte Chiphersteller herauszufordern.

Ein weiteres zentrales Thema des Gesprächs war Europas Rolle in der globalen KI-Revolution. Hauser ist überzeugt, dass europäische Unternehmen über die nötige Innovationskraft verfügen, um mit den USA und China zu konkurrieren. Das entscheidende Problem sei jedoch, wie schwer es europäischen Startups falle, vom kleinen Unternehmen zum echten globalen Wettbewerber heranzuwachsen.

Europa darf keine „Technologiekolonie der USA" werden

Diese Wachstumsschwäche ist für Hauser eng mit einer übergeordneten Sorge verknüpft: technologische Souveränität. Europa bleibe bei kritischen Technologien – von KI-Modellen bis hin zu Software für das Halbleiterdesign – stark von ausländischen Anbietern abhängig. In einer Ära zunehmender geopolitischer Spannungen und Exportkontrollen sei das ein ernstes Risiko. Eine enge Zusammenarbeit mit Verbündeten sei zwar unerlässlich, sagte Hauser, aber Abhängigkeit dürfe nicht zur Dauerlösung werden.

Sein Fazit war unmissverständlich: Europa solle seine Partnerschaft mit den USA bewahren – aber es dürfe nicht zu einer „Technologiekolonie der USA" werden. Für deutsche und europäische Anleger, die in KI-Aktien und Tech-Werte investiert sind, liefert Hauser damit eine nüchterne Einordnung: Das Potenzial ist real, die Risiken sind es aber ebenso.

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