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Architect Labs sammelt 24 Millionen Dollar für KI-gestütztes Chip-Design

Das Palo-Alto-Start-up will mit künstlicher Intelligenz das Custom-Chip-Design revolutionieren und Broadcom sowie Marvell herausfordern.

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Architect Labs sammelt 24 Millionen Dollar für KI-gestütztes Chip-Design

Das US-amerikanische Start-up Architect Labs hat in einer Seed-Finanzierungsrunde 24 Millionen US-Dollar eingesammelt. Das Unternehmen aus Palo Alto, Kalifornien, will mithilfe von künstlicher Intelligenz das Design maßgeschneiderter Chips deutlich schneller und günstiger machen. Die Finanzierungsrunde wurde von Kindred Ventures angeführt; auch TQ Ventures, Race Capital und der Together Fund beteiligten sich.

Besonders bemerkenswert ist die Riege prominenter Einzelinvestoren: Jeff Dean, Chief Scientist bei Google DeepMind, sowie Führungskräfte von OpenAI und Nvidia haben ebenfalls in das Unternehmen investiert. Das zeigt, wie groß das Interesse der Tech-Elite an neuen Ansätzen im Chip-Design ist.

Milliardenschwerer Markt im Visier

Architect Labs tritt damit in direkte Konkurrenz zu etablierten Schwergewichten wie Broadcom und Marvell. Diese beiden Unternehmen unterstützen Cloud-Computing-Giganten wie Amazon und Googles Muttergesellschaft Alphabet beim Design maßgeschneiderter KI-Chips sowie anderer Allzweck-Rechenchips. Die von Marvell und Broadcom entworfenen Spezialchips generieren bereits Umsätze in zweistelliger Milliardenhöhe und gelten als wichtige Alternative zur leistungsstarken – und teuren – Hardware von Nvidia.

Das Problem, das Architect Labs lösen will, ist erheblich: Der aktuelle Prozess des Custom-Chip-Designs dauert etwa zwei Jahre und verursacht Hunderte Millionen US-Dollar an Lohnkosten sowie Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Genau hier setzt das Start-up an – mit dem Ziel, diesen Prozess durch den Einsatz von KI signifikant zu beschleunigen und zu verbilligen.

Mitgründer Ebrahim Hussain erklärte gegenüber Reuters, dass das Unternehmen sowohl Chip-Hersteller als auch Softwareunternehmen ansprechen will. Letztere könnten von maßgeschneiderten Chips profitieren, um ihre Anwendungen schneller oder effizienter zu gestalten. „Ihr größtes Problem heute ist nicht unbedingt die Backend-Ausführung oder das Layout", so Hussain. „Die größte Herausforderung besteht darin, wie ich diese Arbeitslast, die ich der Welt bereitstellen möchte – sei es KI, Robotik oder Ähnliches –, in eine entsprechende Chip-Architektur umsetzen kann."

Großes Ziel: Chip-Design so zugänglich wie Chip-Produktion

Das Unternehmen wurde von Hussain und Aaditya Subedi gegründet und beschäftigt derzeit rund 18 Mitarbeiter aus den Bereichen maschinelles Lernen und Hardware. Subedi formuliert das Ziel des Unternehmens ambitioniert: Chip-Design soll so zugänglich werden, wie es der taiwanische Halbleiterhersteller TSMC mit der Chip-Produktion geschafft hat. TSMC gilt als Wegbereiter der modernen Halbleiterindustrie, da das Unternehmen die Fertigung von Chips für Dritte als Dienstleistung etabliert und damit den Zugang zur Chip-Produktion demokratisiert hat.

Für deutsche Anleger und Technologiebeobachter ist der Vorstoß von Architect Labs ein weiteres Zeichen dafür, wie stark der Wettbewerb im KI-Chip-Sektor zunimmt. Während Nvidia mit seinen GPUs den Markt dominiert, wächst der Bereich der maßgeschneiderten Chips rasant – und neue Akteure wie Architect Labs könnten die Kräfteverhältnisse langfristig verschieben.

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