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Archer Aviation übernimmt drei Boeing-Töchter gegen Unternehmensanteile

Boeing verkauft Wisk Aero, SkyGrid und Insitu an das eVTOL-Startup Archer Aviation und erhält dafür knapp 20 Prozent der Aktien.

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Archer Aviation übernimmt drei Boeing-Töchter gegen Unternehmensanteile

Boeing und Archer Aviation haben einen ungewöhnlichen Deal vereinbart: Der Flugzeugbauer übergibt drei seiner Tochtergesellschaften an das auf elektrische Senkrechtstarter spezialisierte Startup – im Tausch gegen eine Beteiligung. Boeings Anteil an Archer wird sich laut einer Mitteilung an die Aufsichtsbehörden auf 19,75 Prozent der Class-A-Aktien belaufen und beinhaltet Optionen zum Erwerb weiterer Aktien über die nächsten vier Jahre. Die Archer-Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Kursanstieg von 16 Prozent, während Boeing-Papiere leicht um 0,2 Prozent nachgaben.

Die drei verkauften Tochtergesellschaften sind Wisk Aero, SkyGrid und Insitu. Wisk Aero hat ein autonomes eVTOL entwickelt, also ein elektrisches Flugzeug, das senkrecht starten und landen kann. SkyGrid entwickelt Luftverkehrsmanagementsysteme für Flugtaxis – eine Schlüsseltechnologie, während sich die urbane Luftmobilität von Testflügen hin zum kommerziellen Betrieb bewegt.

Die dritte Tochter, Insitu, fertigt Langstreckendrohnen, die weltweit im Einsatz sind – unter anderem von der US-Marine. Für Archer ist diese Übernahme besonders wertvoll, da das Unternehmen damit sein Militärportfolio deutlich erweitern kann.

Strategische Neuausrichtung bei Boeing

Boeing-CEO Kelly Ortberg hat seit seinem Amtsantritt im August 2024 wiederholt betont, dass sich der Konzern auf seine drei Kerngeschäftsbereiche konzentrieren müsse: Verkehrsflugzeuge, Verteidigung und Raumfahrt. Bereits wenige Monate nach seinem Amtsantritt machte Ortberg klar, wohin die Reise geht. „Wir müssen Prioritäten neu setzen und eine schlankere, fokussiertere Organisation schaffen", sagte er im Oktober 2024.

Brian Yutko, Boeing-Vizepräsident für die Produktentwicklung von Verkehrsflugzeugen, erläuterte die Logik des Deals: Der Verkauf „ermöglicht es Wisk, SkyGrid und Insitu, die Entwicklung von Fähigkeiten und die Markteinführung zu beschleunigen, während gleichzeitig sichergestellt wird, dass Boeing durch die kontinuierliche Entwicklung in unseren Kerngeschäften von seinen Investitionen in diese Technologien in den letzten zwei Jahrzehnten profitiert." Boeing trennt sich damit von Einheiten, die zwar technologisch innovativ sind, aber nicht zum Kerngeschäft des Konzerns gehören.

Archer Aviation stärkt Position im Wachstumsmarkt

Für Archer Aviation ist die Transaktion ein bedeutender Schritt auf dem Weg zur Marktreife. Das Unternehmen strebt kommerzielle eVTOL-Flüge bis Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres an. Durch die Übernahme von Wisk und SkyGrid festigt Archer sein technologisches Portfolio erheblich – insbesondere durch die autonome eVTOL-Technologie, die Wisk entwickelt hat.

Archer-CEO Adam Goldstein kommentierte die Übernahmen mit deutlichen Worten: „Dies ist der nächste große Schritt auf dem Weg zu einer diversifizierten Plattform, um unsere Umsatzbasis schnell zu vergrößern und unser Geschäft zu skalieren." Das Unternehmen ist bestrebt, sich als führender Anbieter zu etablieren, während Flugtaxis in den USA den kommerziellen Betrieb aufnehmen.

Der Deal verdeutlicht einen breiteren Trend in der Luft- und Raumfahrtbranche: Etablierte Konzerne wie Boeing trennen sich von Zukunftstechnologien, die außerhalb ihres Kerngeschäfts liegen, während spezialisierte Startups wie Archer diese Technologien bündeln und zur Marktreife führen. Für Anleger ist die Kursbewegung der Archer-Aktie ein klares Signal: Der Markt bewertet den Zugewinn an Technologie, Infrastruktur und militärischen Kapazitäten als erheblichen Mehrwert für das Unternehmen.

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