Apple kämpft mit explodierenden Speicherpreisen – Margen unter Druck
Bernstein-Analysten warnen vor Margenerosion beim iPhone 18 trotz starker Quartalszahlen des Tech-Konzerns.

Apple hat im ersten Geschäftsquartal mit einem Umsatz von 143,8 Milliarden US-Dollar die Erwartungen um rund 4 Prozent übertroffen. Die Bruttomarge lag bei beeindruckenden 48,2 Prozent, was 83 Basispunkte über dem Konsens liegt. Doch Bernstein-Analyst Mark Newman sieht dunkle Wolken am Horizont: Explodierende Speicherpreise könnten die Gewinnmargen des iPhone-Herstellers deutlich belasten.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Seit dem zweiten Quartal 2025 sind die Vertragspreise für mobiles DRAM um dramatische 237 Prozent gestiegen, während NAND-Speicher um etwa 70 Prozent teurer wurden. Diese Entwicklung trifft Apple in einem besonders sensiblen Bereich – den Herstellungskosten für das iPhone, das weiterhin das Rückgrat des Konzerns bildet.
Massive Kostensteigerung bei iPhone-Produktion
Wendet man die aktuellen Preissteigerungen auf die Materialliste des iPhones an, ergeben sich laut Bernstein-Analysten Mehrkosten von rund 15 Prozent bei der Herstellung. "Dies impliziert, dass die Preise für das iPhone 18 bei vergleichbarer Ausstattung mindestens 15 Prozent teurer sein müssten", warnt Newman. Der Analyst geht davon aus, dass Apple die höheren Kosten weitgehend an die Kunden weitergeben wird.
Allerdings könnte diese Strategie nicht ohne Folgen bleiben. Bernstein erwartet eine Verschiebung im Produktmix nach unten, da preissensible Verbraucher auf günstigere iPhone-Modelle ausweichen dürften. Unter dem Strich rechnen die Analysten mit einem Nettoanstieg des durchschnittlichen Verkaufspreises um etwa 12 Prozent, was eine Margenerosion beim iPhone von rund 150 Basispunkten bedeuten würde.
Zeitverzögerte Auswirkungen erwartet
Die gute Nachricht: Die vollen Auswirkungen werden nicht sofort spürbar sein. Newman geht davon aus, dass der Druck aufgrund langfristiger Verträge und einer zeitversetzten Weitergabe der Kosten erst im ersten vollen Quartal nach der Markteinführung des iPhone 18 vollständig zum Tragen kommt. Für das laufende zweite Geschäftsquartal prognostiziert das Apple-Management weiterhin ein Umsatzwachstum von 13 bis 16 Prozent im Jahresvergleich sowie eine Bruttomarge zwischen 48 und 49 Prozent.
Trotz der Margenrisiken bleibt Bernstein optimistisch. Die Analysten hoben das Kursziel für die Apple-Aktie von 325 auf 340 US-Dollar an und bekräftigten die Einstufung "Outperform". Die EPS-Schätzungen für die Geschäftsjahre 2026 und 2027 wurden sogar leicht nach oben korrigiert auf 8,72 beziehungsweise 10,35 US-Dollar. "Die Auswirkungen auf das EPS sollten relativ gering sein, und die bevorstehende Veröffentlichung von Apple Intelligence wird das wichtigere Thema sein", so Newman.
Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Bernstein nun einen Umsatz von 471 Milliarden US-Dollar bei einer Bruttomarge von 48,2 Prozent. Die Analysten setzen darauf, dass höhere durchschnittliche Verkaufspreise den Umsatz stützen werden, selbst wenn die Absatzmengen aufgrund der Preiselastizität leicht zurückgehen sollten.
