ANZEIGE

Anleihen als sicherer Hafen: Fondsmanager sehen Wendepunkt

Geopolitische Spannungen haben alte Anlagestrategien erschüttert – doch Experten sehen Anleihen vor einem Comeback als sicherer Hafen.

•• 3 Min

Anleihen haben Anleger während des Iran-Krieges kaum geschützt. Doch nun mehren sich die Stimmen unter Fondsmanagern, die einen Wendepunkt sehen: Festverzinsliche Wertpapiere könnten ihre Rolle als sicherer Hafen zurückgewinnen – insbesondere dann, wenn die Inflation das Wirtschaftswachstum spürbar belastet.

Die Weltaktienmärkte haben sich nach anfänglichen Verlusten zu Kriegsbeginn erholt und notieren dank der Begeisterung über Künstliche Intelligenz und starke Unternehmensgewinne wieder nahe Rekordhöhen. Staatsanleihen hingegen stehen unter erheblichem Druck: Die Angst vor einem anhaltenden Inflationsanstieg hat die Kreditkosten der Staaten auf Mehrjahres- und teils sogar Rekordhochs getrieben.

Trotz dieser Belastungen fließt weiterhin Kapital in den Anleihenmarkt. Daten des Finanzdienstleisters Lipper zeigen, dass seit Ausbruch des Krieges netto 12 Milliarden US-Dollar in Staatsanleihenfonds der Industrieländer geflossen sind – und damit sämtliche Zuflüsse des laufenden Jahres ausmachen.

Herbe Verluste für Anleihehalter

Die Zahlen verdeutlichen das Dilemma: 10-jährige US-Staatsanleihen, die traditionell als sicherer Hafen gelten, haben seit Ende Februar eine negative Rendite von 1,5 Prozent erzielt – auf das Jahr hochgerechnet entspricht das einem Minus von 5,4 Prozent. Noch deutlicher fällt der Rückgang bei deutschen Bundesanleihen aus: Minus 2,4 Prozent seit Kriegsbeginn, was auf Jahresbasis einem Verlust von 8,7 Prozent entspricht.

Zum Vergleich: Der S&P 500 erzielte im gleichen Zeitraum eine Rendite von 9 Prozent – oder rund 39 Prozent auf annualisierter Basis. Aktien sind damit klar im Vorteil, doch Experten warnen vor überzogenen Bewertungen. Die jüngste Umfrage der Bank of America unter globalen Fondsmanagern ergab, dass Anleger bei Anleihen so stark untergewichtet sind wie seit Juni 2022 nicht mehr.

„Wenn man sich weltweit umschaut, wirken die Rentenmärkte sehr attraktiv; das gilt auch für Regionen, die historisch gesehen nicht übermäßig attraktiv waren, wie Europa und Japan", sagte Konstantin Veit, Portfoliomanager beim weltgrößten Anleiheinvestor PIMCO. „Es ist schwer zu argumentieren, dass Aktien derzeit sehr überzeugend wirken", fügte er hinzu.

Renditen auf Mehrjahreshochs – Einstiegschance für Anleger?

Die gestiegenen Renditen machen Anleihen aus Bewertungssicht so günstig wie seit Jahren nicht mehr. Bundesanleihen rentieren mit 3,1 Prozent nahe einem 15-Jahres-Hoch. Noch markanter ist die Entwicklung in Japan: 10-jährige japanische Staatsanleihen werfen mit 2,6 Prozent so viel ab wie seit fast 30 Jahren nicht mehr.

Das Glattstellen einer Short-Position in festverzinslichen Wertpapieren würde derzeit als sogenannter Contrarian-Trade gelten – also als Wette gegen den Markttrend. Doch genau solche Gegenpositionen können sich auszahlen, wenn sich die Stimmung dreht.

Entscheidend für die weitere Entwicklung ist die Straße von Hormus. Über diesen Engpass werden rund 20 Prozent des täglichen weltweiten Treibstoffbedarfs abgewickelt. Sollte sie wieder geöffnet werden, könnten sich aktuelle Wetten auf Zinserhöhungen auflösen – was Anleihen zugutekäme. Bleibt sie hingegen lange geschlossen und gefährdet das Weltwirtschaftswachstum, könnten Anleihen ebenfalls profitieren.

Die Strategen der HSBC Private Bank schrieben in ihrem Ausblick zur Jahresmitte Ende Mai: „Die Inflation schlägt sich bereits in den globalen Daten nieder, wobei das Risiko von Zweitrundeneffekten über Lieferketten und Inputkosten besteht. Wachstumsrisiken scheinen jedoch noch nicht vollständig eingepreist zu sein, was bedeutet, dass die Anleiherenditen wieder sinken könnten, sobald die Inflationsängste ihren Höhepunkt erreicht haben."

Ölpreisschock als möglicher Katalysator

Eine weitere Eskalation des Konflikts könnte den Ölpreis weit über 100 US-Dollar pro Barrel treiben. Andrew Sheets, globaler Leiter der Rentenforschung bei Morgan Stanley, sieht darin einen möglichen Wendepunkt für Anleihen: „Obwohl die Diversifizierung durch Anleihen bisher enttäuschend war, glauben wir, dass sie sich verbessern und dann zum Tragen kommen wird, wenn es wirklich darauf ankommt."

Sheets ergänzte: „Sollte der Ölpreis im Bear-Case-Szenario unseres Rohstoffteams auf 130 bis 150 US-Dollar pro Barrel steigen, gehen wir davon aus, dass die Renditen zu sinken beginnen, da sich die Märkte stärker um die Auswirkungen auf das Wachstum sorgen werden."

Neben dem Ölmarkt rücken auch andere geopolitische Risiken in den Fokus. Yoram Lustig, Leiter der globalen Investmentlösungen für EMEA bei T. Rowe Price, warnte vor den Folgen möglicher Lieferkettenstörungen: „Ein geopolitisches Ereignis, das die Produktion von Halbleitern beeinträchtigt, wird massive Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben" – mit dem Technologiesektor an vorderster Front. Steigende Spannungen rund um Taiwan oder erneute Konflikte zwischen den USA und China könnten Engpässe bei kritischen Vorprodukten wie Seltenerdmetallen oder Chips auslösen und die Unternehmensgewinne empfindlich treffen.

Anleihen Sicherer HafenStaatsanleihen RenditeGeopolitik AnleihemarktBundesanleihen 2025Pimco AnleihenAnleihen Vs AktienInflation Zinsen Anleihen

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.