ANZEIGE

Anleger setzen weiter auf baldige Zinssenkungen

Der tägliche Marktbericht von Aktien.news

4 Min
Anleger setzen weiter auf baldige Zinssenkungen

Anleger an der Wall Street setzen weiterhin auf eine baldige Zinssenkung durch die US-Notenbank Federal Reserve (Fed), was die Aktienkurse auf hohem Niveau hält. Der Dow Jones stieg im Verlauf des gestrigen Handelstages erstmals über die Marke von 40.000 Punkten, konnte diesen neuen Rekord jedoch nicht bis zum Handelsschluss halten und beendete den Tag mit einem Schlusskurs von 39.869 Punkten, was einem leichten Verlust von 0,1 Prozent entspricht. Der S&P-500-Index erreichte zwischenzeitlich 5.325 Punkte, schloss jedoch bei 5.297 Zählern. Die Nasdaq verlor 0,26 Prozent und beendete den Tag bei 16.698 Punkten.

Die US-Börsen blieben trotz Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Zinspolitik der Fed auf hohem Niveau. Nach einem verhaltenen Start drehten die großen Aktienindizes der Wall Street ins Plus und erreichten neue Rekordstände. Der Dow Jones überschritt dabei erstmals die Marke von 40.000 Punkten, fiel jedoch wieder zurück und schloss leicht unter dieser Marke. Die neuen Höchststände zeigen, dass US-Anleger fest auf eine Zinswende setzen, auch wenn Notenbanker immer wieder vor zu schnellen Zinssenkungen warnen.

Seit seiner Einführung vor 128 Jahren hat der Dow Jones immer wieder Meilensteine erreicht, trotz Kritik an der Gewichtung der Einzelwerte. Der jüngste Sprung über die 40.000-Punkte-Marke zeigt die anhaltende Zuversicht der Anleger, getragen von guten Unternehmensdaten und der Aussicht auf eine nahende Zinssenkung. Besonders im Fokus stand der Chipkonzern Nvidia, dessen Aktien am Ende 0,3 Prozent im Minus bei 943,46 Dollar schlossen, nachdem sie im Handelsverlauf ein Tageshoch von 958,19 Dollar erreicht hatten.

Nvidia gilt als einer der Hauptprofiteure des aktuellen Booms rund um Künstliche Intelligenz (KI). Analysten prognostizieren starke Quartalszahlen und einen Umsatz von bis zu 26 Milliarden Dollar, was die Markterwartungen übertrifft. Walmart überraschte ebenfalls positiv mit einem Umsatzanstieg von 6,99 Prozent im ersten Quartal, getrieben durch preisbewusste Verbraucher und ein starkes Wachstum im Online-Handel. Der Einzelhandelsriese erwartet nun ein besseres Gesamtjahr als ursprünglich geplant.

Im Gegensatz zur Wall Street konnte der deutsche Aktienindex DAX nicht von den Rekorden profitieren und schloss mit einem Minus von 0,69 Prozent bei 18.738 Punkten. Das Tageshoch lag am Morgen noch knapp unter dem bisherigen Rekordhoch von 18.892 Punkten, bevor es im Tagesverlauf bergab ging. Analysten sehen die Rückwärtsbewegung als gesund und erwartungsgemäß nach den starken Zuwächsen der vergangenen Wochen.

Der mittelständisch geprägte MDAX legte hingegen um 0,21 Prozent zu und erreichte das höchste Kursniveau seit September 2023. Marktbeobachter rechnen trotz der leichten Rückwärtsbewegung im DAX mit weiteren Kursgewinnen, getragen von der Aussicht auf sinkende Zinsen. Während Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) bereits für Juni erwartet werden, bleibt die Lage in den USA differenzierter. Die US-Wirtschaft zeigt sich weiterhin stark, und die Inflationsraten sinken langsamer als gewünscht.

Die Berichtssaison in Deutschland ging mit den Quartalszahlen von Siemens und der Telekom weiter. Siemens enttäuschte dabei mit einem Gewinnrückgang von 38 Prozent im zweiten Geschäftsquartal, vor allem bedingt durch schwächelnde Geschäfte in China und Rückgänge in der Sparte Digital Industries. Die Aktien von Siemens verloren rund 6,6 Prozent. Die Deutsche Telekom konnte hingegen Umsatz und Gewinn erneut steigern, dank robuster Geschäfte in Europa und den USA. Dennoch gab die T-Aktie in einem schwächeren Umfeld rund 1,2 Prozent nach.

Die Deutsche Bank legte im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit um die Zwangsabfindung ehemaliger Postbank-Aktionäre eine Rückstellung von 1,3 Milliarden Euro an, was das Konzernergebnis belastet. Zudem gab es deutliche Kritik an der misslungenen IT-Migration der Postbank, die zu zahlreichen Kundenbeschwerden geführt hat.

Under Armour enttäuschte mit einem pessimistischen Ausblick auf das neue Geschäftsjahr, was zu einem kurzfristigen Kurseinbruch führte. Allerdings konnten die Aktien bis zum Handelsende wieder zulegen und schlossen mit einem leichten Plus. Die Internationale Energieagentur (IEA) korrigierte ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage nach unten, was jedoch bisher kaum Auswirkungen auf die Ölpreise hatte.

Der Euro stieg zunächst auf den höchsten Stand seit etwa zwei Monaten, konnte dieses Niveau jedoch nicht halten und schloss bei 1,0869 Dollar. Die Hoffnung auf eine Lockerung der Geldpolitik der US-Notenbank Fed stützte den Euro. Der US-Arbeitsmarkt zeigte sich weiterhin robust, was die Zinshoffnungen der Anleger dämpfen könnte. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe fiel deutlich, was erhöhte Inflationsrisiken durch Lohnwachstum birgt.

Zahlreiche Aktien wurden mit Dividendenabschlag gehandelt, darunter BMW, Daimler Truck, SAP und Symrise. Der Energiekonzern EnBW begann mit dem Bau des bisher größten deutschen Offshore-Windparks in der Nordsee, der ab Ende 2025 Strom für 1,1 Millionen Haushalte liefern soll.

Der Finanzinvestor Triton plant, seinen Anteil am Rüstungsunternehmen Renk zu verringern. Die Aktien von Renk hatten sich nach ihrem Börsengang im Februar stark entwickelt, bevor eine Ernüchterung einsetzte. Der Pharmakonzern Novartis konnte die Übernahme des deutschen Biotechunternehmens Morphosys erfolgreich abschließen, nachdem die notwendige Mindestannahmeschwelle überschritten wurde.

Honda kündigte an, die Investitionen in die Entwicklung von Elektroautos bis 2030 zu verdoppeln, um im Geschäft mit E-Autos aufzuholen. Deere senkte seine Gewinnprognose für das laufende Jahr, was die Aktien des Landmaschinenanbieters unter Druck setzte. Trotz der Herausforderungen bleibt die Zinssenkungsfantasie an den Märkten präsent, was die Kurse weiter stützen könnte.

Marktberichte

Meistgelesene News

  1. Tesla am Scheideweg: Rekordumsatz trifft auf milliardenschwere KI-Ambitionen
  2. Chevron und Halliburton: Öldeal mit Venezuela treibt Aktienkurse an
  3. Teslas 25-Milliarden-Wette: Vom Autobauer zum KI-Roboter-Konzern
  4. Führungswechsel bei Volksbank Brawo und L3Harris erschüttern Märkte
  5. Nvidia dominiert KI-Markt: 5,2 Billionen Dollar Marktwert und neue Rekorde

Disclaimer