AMD-Aktie: Truist rät zum Kauf trotz 16% Kursverlust
Analyst sieht langfristiges Gewinnpotenzial von über 20 Dollar pro Aktie bis 2030

Die Investmentbank Truist empfiehlt Anlegern, die aktuelle Kursschwäche bei AMD zu nutzen und die Aktie zu kaufen. Dies teilte das Institut nach Veröffentlichung der Quartalszahlen mit, obwohl der Kurs am Dienstag um bis zu 16,3 Prozent einbrach. Analyst William Stein begründet seine Kaufempfehlung mit dem enormen langfristigen Ertragspotenzial des Chip-Herstellers.
Stein sieht AMD auf einem Wachstumskurs, der die Gewinne bis 2030 mit einer jährlichen Rate von etwa 45 Prozent steigen lässt. Dabei werde die Aktie derzeit nur zum rund 11-fachen des erwarteten Gewinns pro Aktie für 2030 gehandelt. "Es bleibt ein KAUF", betonte der Analyst in seiner Einschätzung.
Die Zahlen für das vierte Quartal übertrafen zwar die Erwartungen, doch ein Großteil des positiven Effekts ging auf einen einmaligen Sondereffekt zurück. Laut Truist stammten 65 Prozent der Umsätze und das gesamte Übertreffen der Gewinnerwartungen aus dem Verkauf einer zuvor abgeschriebenen China-Produktlinie. Der Quartalsumsatz lag bei rund 10,3 Milliarden Dollar und übertraf damit die Konsensschätzungen um etwa 6 Prozent.
Starkes Wachstum im Rechenzentrumsgeschäft
Trotz der Verzerrung durch den China-Effekt bestätigte AMD seine ambitionierten Wachstumsziele. Das Unternehmen rechnet im Datencenter-Segment mit einer jährlichen Wachstumsrate von 60 Prozent und beim Gesamtumsatz mit 35 Prozent. Diese Entwicklung soll nach Einschätzung von Truist zu einem Gewinn pro Aktie von über 20 Dollar im Jahr 2030 führen.
Besonders positiv bewertet Stein das "starke Kundeninteresse" an AMD-Produkten. Branchenkontakte hätten die Dynamik hinter der Roadmap des Unternehmens für Rechenzentren und Künstliche Intelligenz bestätigt. Die beschleunigte Einführung der Instinct MI350 GPUs und die starke Nachfrage nach den Epyc CPUs der fünften Generation untermauern diese Einschätzung.
Operativer Hebel ab 2026 erwartet
Ein Kritikpunkt bleiben die hohen Betriebskosten, die weiterhin auf der Profitabilität lasten. Das Management bekräftigte jedoch seine Pläne, ab 2026 einen operativen Hebel zu erzielen und damit die Margen zu verbessern. Truist reagierte auf die Aussichten mit einer Anhebung der Gewinnschätzung für 2027 auf 10,11 Dollar pro Aktie.
Das Kursziel wurde von der Investmentbank auf 283 Dollar angehoben. "Kaufen Sie die Schwäche, da die Botschaft des langfristigen Wachstums die Unregelmäßigkeiten im vierten Quartal überdeckt", lautet Steins abschließende Empfehlung an Investoren. Die aktuelle Kursschwäche biete damit eine attraktive Einstiegsgelegenheit für langfristig orientierte Anleger.
