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Amazon vs. Microsoft: Welche Aktie jetzt besser kaufen?

Beide Tech-Giganten sind attraktiv bewertet – doch ein Unternehmen hat im KI-Bereich die Nase vorn.

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Amazon vs. Microsoft: Welche Aktie jetzt besser kaufen?

Microsoft und Amazon gehören zu den fünf größten Unternehmen der Welt und belegen den vierten beziehungsweise fünften Platz nach Marktkapitalisierung. Für Anleger stellt sich die Frage: Welche Aktie ist derzeit der bessere Kauf? Oberflächlich betrachtet wirken die Geschäftsmodelle grundverschieden – doch wer tiefer gräbt, entdeckt überraschend viele Gemeinsamkeiten.

Der wichtigste gemeinsame Nenner ist das Cloud-Computing. Microsoft Azure und Amazon Web Services (AWS) sind die zentralen Wachstumstreiber beider Konzerne. Wer bei Amazon nur an den Online-Handel denkt, unterschätzt das Unternehmen massiv: AWS erwirtschaftete im ersten Quartal lediglich 21 % des Gesamtumsatzes, steuerte aber satte 59 % zum operativen Gewinn bei. Bei Microsoft wuchs die Cloud-Sparte im Jahresvergleich um 40 % – und ist damit die am schnellsten wachsende Einheit des Konzerns.

Kerngeschäft außerhalb der Cloud

Abseits des Cloud-Computings unterscheiden sich die beiden Unternehmen deutlicher. Microsoft erzielt einen erheblichen Teil seines Umsatzes mit Software für Unternehmensproduktivität – ein margenstarkes Geschäft, das auch in wirtschaftlichen Abschwungphasen stabil bleibt. Amazons Handelsgeschäft ist zwar volumenstark, arbeitet aber mit niedrigen Margen und ist teilweise sogar verlustbringend. Zudem reagiert es empfindlicher auf die Konsumstimmung.

In diesem Punkt hat Microsoft die Nase vorn: Das Kerngeschäft außerhalb der Cloud ist robuster und profitabler aufgestellt als Amazons Handelsgeschäft.

Wachstum und Cashflow im Vergleich

Beim Umsatzwachstum liegen beide Konzerne nah beieinander. Microsoft steigerte seinen Umsatz im Jahresvergleich um 18 %, der operative Cashflow legte um 26 % zu. Amazon wuchs beim Umsatz um 17 %, während der operative Cashflow dank AWS um beeindruckende 53 % zulegte. Der operative Cashflow gilt bei beiden Unternehmen als aussagekräftigere Kennzahl als der Nettogewinn, da beide massiv in Rechenzentren investieren und Einmaleffekte aus Beteiligungen an KI-Unternehmen wie Anthropic und OpenAI die Gewinne verzerren.

Amazons überproportionales Cashflow-Wachstum dürfte noch einige Zeit anhalten: Das margenstarke Cloud-Geschäft wächst deutlich schneller als die margenschwachen Handelsbereiche. Microsoft ist ausgewogener aufgestellt und wird künftig kein vergleichbar rasantes Cashflow-Wachstum verzeichnen.

Bewertung auf historisch günstigem Niveau

Gemessen am operativen Cashflow sind beide Aktien im historischen Vergleich der vergangenen fünf Jahre günstig bewertet. Insbesondere Microsoft notiert weit unter seinem üblichen Bewertungsniveau. Amazon ist ebenfalls deutlich niedriger bewertet als in früheren Jahren, allerdings nicht ganz so stark gefallen. Da beide Aktien zu nahezu identischen Bewertungen gehandelt werden, lässt sich hier kein klarer Gewinner ausmachen – dieser Punkt endet als Unentschieden.

KI-Chips als entscheidendes Zünglein an der Waage

Wer dennoch einen Sieger benennen muss, findet das Unterscheidungsmerkmal im Bereich der künstlichen Intelligenz. Amazons Geschäft mit eigenen KI-Chips wächst im Jahresvergleich im dreistelligen Prozentbereich und profitiert von einer tiefen Partnerschaft mit dem KI-Unternehmen Anthropic. Microsoft verfügt ebenfalls über eigene KI-Chips und hält eine Partnerschaft mit OpenAI – doch Amazons Chip-Geschäft läuft offenbar besser, und die Modelle von Anthropic scheinen jene von OpenAI derzeit zu übertreffen.

Unterm Strich sind sowohl Amazon als auch Microsoft hervorragende Investitionen, und die aktuell attraktiven Bewertungen machen jetzt einen guten Einstiegszeitpunkt. Wer sich für eine Aktie entscheiden muss, bekommt bei Amazon das stärkere KI-Momentum – und damit den leichten Vorzug.

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