Amazon siegt gegen Perplexity im KI-Shopping-Streit
Ein US-Bundesgericht untersagt dem KI-Browser Comet den Zugriff auf Amazons passwortgeschützte Bereiche.

Amazon hat vor einem US-Bundesgericht einen wichtigen Etappensieg errungen: Ein Richter erließ eine einstweilige Verfügung gegen das KI-Unternehmen Perplexity. Konkret untersagt die Anordnung, dass der KI-Agent des sogenannten Comet-Browsers auf passwortgeschützte Bereiche der Amazon-Website zugreift und dort im Namen von Kunden einkauft.
Perplexity hat nun sieben Tage Zeit, Berufung gegen die Entscheidung einzulegen. Während dieser Frist bleibt die Anordnung ausgesetzt. Das Verfahren läuft derweil weiter – das Urteil ist also noch nicht rechtskräftig.
Der Fall markiert einen Wendepunkt in einem größeren Konflikt: KI-Unternehmen entwickeln zunehmend sogenannte Agenten, die alltägliche Aufgaben wie Online-Einkäufe automatisch für Nutzer erledigen sollen. Verbraucher delegieren immer mehr Routineaufgaben an solche Systeme – der Einkauf gilt als besonders lukratives Einsatzfeld.
Händler kämpfen um direkte Kundenkontakte
Für Einzelhändler wie Amazon oder Walmart ist das ein zweischneidiges Schwert. Einerseits bieten KI-Agenten Komfort für Kunden, andererseits riskieren die Händler den Verlust wertvoller direkter Kundenbeziehungen. Wer über einen externen KI-Agenten einkauft, hinterlässt weniger Daten beim Händler selbst – und bindet sich weniger stark an dessen Plattform.
Amazon, Walmart und andere große E-Commerce-Anbieter reagieren auf diesen Trend mit eigenen KI-gestützten Einkaufsassistenten. Sie wollen die Kontrolle über das Kundenerlebnis behalten und gleichzeitig von der wachsenden Nachfrage nach KI-Funktionen profitieren. Die Strategie: das eigene Ökosystem attraktiv genug gestalten, damit Kunden nicht auf externe Lösungen ausweichen.
Der Rechtsstreit zwischen Amazon und Perplexity dürfte richtungsweisend für die gesamte Branche sein. Er zeigt, dass die Frage, wer im KI-Zeitalter den Einkaufsprozess kontrolliert, nicht nur eine technische, sondern auch eine juristische Dimension hat. Für deutsche Privatanleger, die in Amazon oder KI-Unternehmen investiert sind, ist dieser Konflikt ein wichtiges Signal für die künftige Wettbewerbsdynamik im E-Commerce.
