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Amazon nimmt 17,5 Milliarden Dollar für KI-Ambitionen auf

Der Tech-Konzern sichert sich eine milliardenschwere Kreditfazilität – und hat 2026 bereits über 80 Milliarden Dollar extern finanziert.

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Amazon nimmt 17,5 Milliarden Dollar für KI-Ambitionen auf

Amazon treibt seine Investitionen in künstliche Intelligenz mit frischem Fremdkapital voran. Am Mittwoch kündigte der Konzern eine sogenannte Delayed-Draw Term Loan Facility – eine verzögert abrufbare befristete Kreditfazilität – in Höhe von 17,5 Milliarden US-Dollar an. Damit reiht sich Amazon in eine wachsende Gruppe von Big-Tech-Unternehmen ein, die externe Finanzierungsquellen für ihre KI-Ambitionen anzapfen.

Besonders bemerkenswert ist das Ausmaß der Kapitalaufnahme: Allein in diesem Jahr hat Amazon bereits über 80 Milliarden Dollar an externer Finanzierung aufgenommen. Ein Ende dieser Entwicklung ist laut Marktbeobachtern nicht in Sicht, da der Wettlauf um KI-Infrastruktur und Rechenkapazitäten unter den großen Technologiekonzernen unvermindert anhält.

Besondere Struktur der Kreditfazilität

Die neue Finanzierungsform unterscheidet sich in einem wesentlichen Punkt von einer klassischen Unternehmensanleihe: Amazon verfügt über einen klar definierten, kurzen Bereitstellungszeitraum. Der Konzern hat bis zum 30. September Zeit, den vollen Betrag von 17,5 Milliarden Dollar abzurufen. Wird diese Frist nicht genutzt, erlischt die Fazilität automatisch – und die kreditgebenden Banken werden von ihren Verpflichtungen entbunden.

Die Laufzeit der Fazilität beträgt drei Jahre, gerechnet ab dem jeweiligen Datum der Inanspruchnahme. Die Verzinsung orientiert sich am SOFR (Secured Overnight Financing Rate), dem in den USA maßgeblichen Referenzzinssatz, der den früheren LIBOR abgelöst hat. Hinzu kommt eine Marge von 0,625 % bis 0,875 %, deren genaue Höhe vom Kreditrating Amazons abhängt.

Amazon im Wettlauf um KI-Infrastruktur

Die Kreditaufnahme spiegelt den enormen Kapitalbedarf wider, den der Ausbau von KI-Infrastruktur mit sich bringt. Rechenzentren, spezialisierte Chips und der Betrieb großer Sprachmodelle erfordern Investitionen in einer Größenordnung, die selbst für einen der wertvollsten Konzerne der Welt erheblich ist. Amazon betreibt mit AWS (Amazon Web Services) einen der führenden Cloud-Dienste weltweit und steht im direkten Wettbewerb mit Microsoft und Google im KI-Bereich.

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Zum einen wächst der Schuldenberg des Konzerns spürbar, was die Bilanzstruktur langfristig beeinflusst. Zum anderen signalisiert die aggressive Kapitalaufnahme, dass Amazon den KI-Ausbau als strategische Priorität behandelt – mit potenziell weitreichenden Folgen für Umsatz- und Gewinnentwicklung in den kommenden Jahren.

Die Konditionen der Fazilität – SOFR plus maximal 0,875 % Marge – gelten angesichts des hohen Kreditratings von Amazon als vergleichsweise günstig. Dies zeigt, dass Kapitalmärkte dem Konzern trotz des wachsenden Schuldenbergs weiterhin großes Vertrauen entgegenbringen. Wie Amazon die aufgenommenen Mittel konkret einsetzen wird, ließ der Konzern bislang offen.

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