Altria übertrifft Quartalsziele dank Preiserhöhungen bei Zigaretten
Trotz sinkender Absatzmengen und Marktanteilsverlusten bei Marlboro übertraf Altria die Erwartungen der Wall Street deutlich.

Der US-Tabakkonzern Altria hat im ersten Quartal 2025 die Erwartungen der Wall Street sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn übertroffen. Preiserhöhungen bei Zigaretten und Nikotinbeuteln stützten das Ergebnis, obwohl die Kernmarken Marlboro und On! Marktanteile einbüßten. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel nach Bekanntgabe der Ergebnisse um rund 1 Prozent zu.
Der Umsatz für das am 31. März beendete Quartal belief sich auf 5,43 Milliarden US-Dollar und übertraf damit die durchschnittliche Analystenschätzung von 4,58 Milliarden US-Dollar deutlich – ein Ergebnis, das auf Basis von LSEG-Daten ermittelt wurde. Auch beim bereinigten Gewinn je Aktie überzeugte Altria: Mit 1,32 US-Dollar lag dieser über den erwarteten 1,25 US-Dollar.
Marlboro verliert Marktanteile
Der Umsatz im Tabaksegment stieg im Jahresvergleich um 2,9 Prozent. Dennoch trübten strukturelle Schwächen das Bild: Der Einzelhandelsmarktanteil der Flaggschiffmarke Marlboro sank um 1,4 Prozentpunkte auf 39,7 Prozent. Gleichzeitig gingen die Zigarettenauslieferungsvolumina um 7,8 Prozent zurück – ein deutliches Zeichen für den anhaltenden Rückgang des klassischen Zigarettenkonsums.
Auch im Segment der oralen Tabakprodukte, zu dem die Marken Copenhagen, Skoal und der Nikotinbeutel On! gehören, zeigte sich ein gemischtes Bild. Der Umsatz stieg zwar um 2,3 Prozent, doch der Marktanteil sank im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozentpunkte. Preiserhöhungen blieben damit das zentrale Instrument, um trotz rückläufiger Volumina die Margen stabil zu halten.
Schwieriger Übergang zu neuen Produktkategorien
Wie die gesamte Tabakindustrie steht auch Altria vor der Herausforderung, das schrumpfende Kerngeschäft mit Zigaretten durch neue Produktkategorien zu ersetzen. Tabakkonzerne orientieren sich zunehmend an Alternativen wie E-Zigaretten und Nikotinbeuteln, da gesundheitliche Bedenken den traditionellen Zigarettenkonsum weltweit einschränken. Doch der Übergang gestaltet sich schwierig.
Altrias Vorstoß in neue Kategorien war zuletzt von Rückschlägen geprägt. Besonders schmerzhaft: Ein Importverbot für die E-Zigarette NJOY aufgrund eines Patentstreits belastete das Unternehmen. Da das Wachstum bei neueren Produkten ungewiss bleibt, sind Preiserhöhungen bei klassischen Tabakprodukten weiterhin ein wesentliches Mittel zur Aufrechterhaltung der Profitabilität.
Jahresprognose bestätigt
Trotz der gemischten operativen Entwicklung bekräftigte Altria seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich das bereinigte Gewinnwachstum gleichmäßiger auf die erste und zweite Jahreshälfte verteilen wird. Für Anleger ist dies ein Signal der Stabilität in einem strukturell herausfordernden Marktumfeld.
Für deutsche Privatanleger ist Altria vor allem als Dividendentitel bekannt. Das Unternehmen gehört seit Jahrzehnten zu den verlässlichsten Ausschüttungsaktien des US-Marktes. Die aktuellen Quartalszahlen zeigen, dass Altria trotz des strukturellen Gegenwinds durch Preisdisziplin und Kostenmanagement seine Ertragskraft kurzfristig verteidigen kann – auch wenn die langfristigen Wachstumsfragen rund um neue Produktkategorien noch unbeantwortet bleiben.
