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Altersarmut trotz 45 Versicherungsjahren: Erschreckende Rentenzahlen

Mehr als jeder fünfte Rentner und jede zweite Rentnerin rutschen trotz jahrzehntelanger Einzahlungen unter die Armutsgefährdungsgrenze.

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Altersarmut trotz 45 Versicherungsjahren: Erschreckende Rentenzahlen

Wer ein Leben lang gearbeitet hat, erwartet im Alter finanzielle Sicherheit. Doch die Realität sieht für viele Rentnerinnen und Rentner in Deutschland anders aus. Laut einer Regierungsantwort, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, erhalten erschreckend viele Menschen trotz mindestens 45 Versicherungsjahren eine gesetzliche Rente unterhalb der Armutsgefährdungsgrenze. Diese lag laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2025 bei 1.446 Euro netto im Monat.

Die Zahlen sind das Ergebnis einer parlamentarischen Anfrage der Linken im Bundestag, die gezielt nach Rentnerinnen und Rentnern mit besonders langer Versicherungszeit und dennoch niedrigen Auszahlungen gefragt hatte. Das Ergebnis ist ernüchternd: Deutschlandweit bezogen im vergangenen Jahr 23 Prozent der Männer nach 45 Versicherungsjahren eine Rente unterhalb dieser Schwelle.

Starkes Ost-West-Gefälle bei Männern

Besonders deutlich zeigt sich ein regionales Ungleichgewicht. In Baden-Württemberg lag der Anteil betroffener Männer bei lediglich rund 16 Prozent. In den ostdeutschen Bundesländern hingegen lagen die Werte mit rund 36 bis 41 Prozent durchweg mehr als doppelt so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Die sogenannte Rentenlücke Ost ist damit statistisch klar belegbar.

Linke-Abgeordnete Janina Böttger aus Halle bringt es auf den Punkt: „Kleine Löhne bedeuten kleine Renten – und der Osten zahlt bis heute den Preis." Sie sieht darin das Ergebnis jahrelanger struktureller Ungleichheit: „Der Lohnlücke Ost folgt die Rentenlücke." Von Armutsrenten seien in allen ostdeutschen Flächenländern Männer doppelt so häufig betroffen wie im Bundesschnitt.

Bei den Frauen fällt das regionale Gefälle deutlich geringer aus – allerdings auf einem insgesamt alarmierend hohen Niveau. Bundesweit landeten 52 Prozent der Frauen mit mindestens 45 Versicherungsjahren mit ihrer gesetzlichen Rente unter der Armutsrisikoschwelle. Sowohl im wohlhabenden Baden-Württemberg als auch im strukturschwachen Sachsen-Anhalt lag dieser Anteil bei rund 54 Prozent. Das Problem der Niedrigrenten bei Frauen ist damit ein gesamtdeutsches Phänomen.

Regierung verweist auf Gesamteinkommen im Haushalt

Die Bundesregierung relativiert die Zahlen in ihrer Antwort: „Aus einer niedrigen Altersrente in der gesetzlichen Rentenversicherung kann grundsätzlich nicht auf ein niedriges Alterseinkommen geschlossen werden." Weitere Einkommensquellen im Alter sowie der Haushaltskontext – etwa das Einkommen eines Partners – seien in der Betrachtung nicht berücksichtigt. Wer in einer Partnerschaft lebt und am gemeinsamen Wohlstand teilhat, könne auch mit einer geringen Rente finanziell abgesichert sein.

Zudem erklärt die Regierung, dass vergleichsweise geringe Renten auch bei langen Versicherungszeiten auftreten können. Der Grund: Zu den 45 Versicherungsjahren zählen nicht nur Beitragszeiten, sondern auch beitragsfreie Zeiten – etwa während einer Ausbildung oder bei Arbeitslosigkeit ohne Bezug von Arbeitslosengeld.

Politischer Streit um Rentenreformen

Die rentenpolitische Sprecherin der Linken, Sarah Vollath, warnt vor geplanten Einschnitten: „Vorschläge, wie die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Versicherungsjahren, treffen genau die Menschen hart, die schon jetzt mit viel zu niedrigen Renten auskommen müssen." Sollten Betroffene künftig zusätzlich Abschläge hinnehmen müssen, würden ihre Renten noch weiter sinken.

Für Privatanleger unterstreichen diese Zahlen einmal mehr, wie wichtig eine frühzeitige private Altersvorsorge ist. Die gesetzliche Rente allein reicht für viele Menschen offenbar selbst nach einem langen Erwerbsleben nicht aus, um den Lebensunterhalt oberhalb der Armutsgefährdungsgrenze zu sichern. Ob Aktien, ETFs, Immobilien oder betriebliche Vorsorge – die Notwendigkeit einer ergänzenden Absicherung ist durch diese Daten einmal mehr belegt.

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