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Allianz-Chef Bäte verteidigt Klimaziele gegen Backlash

Führende Wirtschaftsvertreter wehren sich auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gegen die zunehmende Skepsis gegenüber Klimaschutzmaßnahmen. Allianz-CEO Oliver Bäte bezeichnet die Abkehr von Netto-Null-Zielen als "Bullshit".

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Allianz-Chef Bäte verteidigt Klimaziele gegen Backlash

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos haben prominente Wirtschaftsführer einen eindringlichen Appell zur Verteidigung der Klimaziele gehalten. Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz, widersprach im CNBC-Interview der Annahme, Europa würde seine Netto-Null-Ziele aufgeben. Kurzfristiges Denken in dieser Frage sei "Bullshit", so der Chef eines der weltweit größten Versicherer.

Bäte betonte, dass jeder, der Kinder habe, sich um die Zukunft des Planeten sorgen müsse. Er forderte Wirtschafts- und Politikführer auf, den eingeschlagenen Kurs bei den Energiewendezielen beizubehalten. Seine deutlichen Worte kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die politische Unterstützung für Klimaschutzmaßnahmen zunehmend bröckelt.

Fokus verschiebt sich von Prävention zu Anpassung

Die Debatte in Davos selbst spiegelt diesen Wandel wider. Während in den Vorjahren die Reduzierung von Treibhausgasemissionen im Mittelpunkt stand, konzentriert sich die Diskussion nun stärker auf den Umgang mit bereits eingetretenen Klimafolgen. Unternehmen wenden sich vermehrt Wettbewerbsfähigkeitsthemen zu und scheuen vor ambitionierten Klimazielen zurück.

Andrew Forrest, Gründer des australischen Bergbaukonzerns Fortescue, kritisierte den Begriff Netto-Null als "Problem". Er fordert stattdessen "echte Null"-Emissionen bis 2040. Fortescue plant, die Verbrennung fossiler Brennstoffe in seinen Eisenerzbetrieben bis Ende des Jahrzehnts einzustellen und will damit Vorbild für andere Unternehmen mit schwer zu reduzierenden Emissionen sein.

Trump-Administration als Gegenpol

Forrest lobte Chinas Strategie, sowohl in fossile als auch in erneuerbare Energien zu investieren – ein deutlicher Kontrast zur Politik der Trump-Administration. US-Präsident Donald Trump, der den Klimawandel als "Schwindel" bezeichnet, kritisierte in seiner Davoser Rede die EU-Energiepolitik scharf und behauptete, Windkraftanlagen würden Land zerstören.

EU-Vertreter Hoekstra räumte ein, dass es "Bereiche gibt", die skeptischer gegenüber Klimaschutzmaßnahmen geworden seien. Joe Kaeser, Aufsichtsratsvorsitzender von Siemens Energy, zeigte sich jedoch optimistischer und betonte, er konzentriere sich auf konkrete Maßnahmen statt auf politische Debatten.

Über 140 Länder mit Netto-Null-Plänen

Netto-Null bezeichnet das Ziel, ein Gleichgewicht zwischen ausgestoßenem und aus der Atmosphäre entferntem Kohlenstoff zu erreichen. Mehr als 140 Länder, darunter die USA, Indien und die Europäische Union, haben entsprechende Pläne verabschiedet. Die aktuelle Debatte zeigt jedoch, dass der Weg zur Umsetzung dieser Ziele zunehmend umstritten ist.

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